Rezension: Dragomán, György – „Der Scheiterhaufen“

Roman
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer
Verlag: Suhrkamp, 2015
ISBN: 978-3-518-42498-8
Originaltitel: Máglya, 2014
Bezug: Buchhandel, Preis: 24,95 Euro

In einem Interview mit seiner Lektorin Katharina Raabe erzählt György Dragomán, dass er die Romane, die sich mit Diktatur und Umsturz in Rumänien beschäftigen, als Trilogie geplant hat. Der weiße König, (Deutschland 2008) in dem der elfjährige Dzsátá mit seiner Mutter um das Leben seines Vaters kämpft, ist der erste Band. Noch während er am zweiten Teil arbeitete, wurde in ihm die Stimme eines Mädchens so stark, dass er diese Stimme im – eigentlich als dritten – geplanten Band vorziehen musste. Es ist die Stimme von Emma, mit der sich der Autor seinen Erinnerungen stellt, und durch die der Leser die Geschichte von Schuld und Verkettung, von Diktatur und Familiengeschichte und von der Suche nach Freiheit und Wahrheit im Chaos der Nachbeben der Revolution erlebt. In Dragománs Roman häufen sich Binnenerzählungen voller Erinnerungen und detaillierter Beschreibungen von Dingen.
Das Land Rumänien wird kein einziges Mal genannt in diesem Nach-Revolutionsro-man, und doch weist alles darauf hin: der erschossene „General“, die heruntergerissenen Fotos mit ihren Leerstellen in Klassenzimmern und Behörden, die gestürzten Denkmäler, vor allem aber die vielen Toten nach dem Umsturz, die Stimmung in der Bevölkerung, die unterschwellige Angst vor der noch immer existierenden Sicherheitspolizei. Die Revolution ist nicht richtig geglückt. Von „Wende“ kann kurz nach dem Sturz des Diktators nicht die Rede sein, mochten auch seine Fotos heruntergerissen und seine Denkmäler gestürzt sein. Die alte Macht versucht immer wieder Fuß zu fassen. Freiheitskämpfer stehen auf der einen Seite, Wendehälse, die sich auf die Seite der Sieger geschlagen haben, versuchen ihre Geschäfte zu machen. Schließlich müssen diejenigen, die in irgendeiner Form Schuld auf sich geladen haben, mit Angriffen rechnen. Die im Kommunismus nicht verarbeitete Vergangenheit lässt sich nicht mehr unterdrücken. In diesem ganzen Durcheinander möchte die bedrückte Bevölkerung Freiheit erleben. Dragomán versteht es, die Atmosphäre des Misstrauens, die wie ein böser Geist durch die Gesellschaft wabert, die Überheblichkeit derer, die es „immer schon gewusst“ haben – und derer, die sich rechtzeitig auf die richtige Seite geschlagen haben, ganz wirklichkeitsnah entstehen zu lassen – und das alles durch die Stimme seiner Protagonistin.
Der Roman handelt nicht nur von Schuld und Vergangenheitsbewältigung, sondern vor allem von der Freiheit, die in der Wahrheit steckt, vom Suchen und Sich-Finden eines jungen Mädchens an der Schwelle der Adoleszenz. Fast zwei Jahre lang dürfen wir sie dabei begleiten.
Gleich der Anfang stellt uns mitten in die Geschichte: Die 13jährige Emma wird ohne Vorwarnung von einer alten Frau, die vorgibt ihre Großmutter zu sein, aus dem Internat geholt. Vor einem knappen halben Jahr hat sie beide Eltern bei einem Autounfall verloren – und von einer Großmutter bis jetzt nichts gewusst. Sie zögert, doch die alte Frau versteht es, Emma zauberisch davon zu überzeugen, dass sie ihre Enkelin sei. Als beide allein sind, gibt sie sich großmütterlich-weich und gar nicht so kalt und herrisch, wie es zuerst den Anschein hatte. Emma verlässt das Internat, sie denkt daran, wie die Lehrerin und sie, die Schülerinnen, die Fotos des Generals wild heruntergerissen, darauf herum getrampelt, Bilder, Fotos, Aufschriften auf einem Scheiterhaufen verbrannt haben.
Emma ist die Ich-Erzählerin. Nur ihre Stimme hört man; sie denkt, sie hört, sie schaut, sie erinnert, was andere gesagt haben. Das ist das Faszinierende an dem Roman: Wie Dragomán es verstanden hat durch diesen literarischen Kunstgriff nicht nur das Mädchen Emma, sondern alle Figuren seiner Geschichte durch ihre Beobachtung zu Wort kommen zu lassen; einfühlsam und sprachlich sehr farbig übersetzt von Lacy Kornitzer. Emma erweckt alle zum Leben. Mit ihr erlebt der Leser alles in der Gegenwart – die Vergangenheit kommt nur in der Erinnerung vor. Dragomán erzählt in kurzen Sätzen und knappen Szenen, die scheinbar verbindungslos nebeneinander stehen. Doch bereits wenige Seiten weiter ist die Verbindung da, eins greift ins andere. Alle Geschichten sind wichtig, bleiben nicht in der Luft hängen – führen zur nächsten – oder zum Ende der nächsten Geschichte. So entsteht ein dreidimensionales Bild.
Es gibt zwei starke Emma-Stimmen: Die eine rekapituliert, was geschieht – das alltägliche Leben, die Gewöhnung an das Zusammenleben mit der Großmutter, die Kämpfe und das Sich-Behaupten in der Schule, die erste Liebe, das Gewahr-Werden der eigenen Weiblichkeit, des eigenen Körpers – und die andere Emma, die denkt, die beobachtet, die Freunde hat unter den Tieren; besonders Ameisen und Füchse sind ihre „sprechenden, magischen“ Freunde, die andere Emma, die sich gegen die schmerzhaften Erinnerungen wehrt, die doch immer wieder durchdringen. Es gibt eine nachdenkliche Emma, die sehr sensibel alles wahrnimmt und selbst magische Kräfte hat. Schließlich gibt es am Ende des Romans auch eine Emma, die in inneren und äußeren Kämpfen erwachsen geworden ist und erkennt, wozu die Toten gestorben, bzw. nicht gestorben sind. –Großmutters Stimme ist ebenfalls stark und unmittelbar, kursiv gedruckt. In diesen Kapiteln will sie ihrer Enkelin etwas mitteilen – und sich selbst über ihre eigenen Traumata klar werden. „Die schmerzvollsten Geschichten könne man nur so erzählen, dass der, der zuhört, das Gefühl hat, dass sie ihm selbst widerfahren, dass es seine eigenen Geschichten sind“, sagt Großmutter einmal.
In ihrem neuen Leben muss sich Emma erst einmal behaupten: Das fängt schon beim Kaufen der Fahrkarte an, als ein Straßenjunge sie bestehlen will – und die erfahrene Großmutter ihm dazwischen funkt. Das ist eine neue Welt für sie – die Wirklichkeit; früher waren die Eltern immer da gewesen. Im Speisewagen geht es weiter: da bedrängen beschwipste Musiker das Mädchen zum Tanzen, doch Großmutter tanzt für sie – und wie! Es hat etwas Mystisches – und Emma wird in Ruhe gelassen. Später fragt das Mädchen, wie sie das gemacht hat – und Großmutter antwortet, weil sie ihre Enkelin sei, dürfe sie ihr Geheimnis verraten – und ihr ein paar Sachen beibringen. Um diesen Pakt zu besiegeln, sticht sie ihr in den Finger, bis Blut kommt. Davon wird auch später öfter die Rede sein: Zur Erinnerung gehört der Schmerz, auch der, den man sich selbst zufügt. „Großmutter sagt … Der Schmerz helfe, sich zu erinnern, doch so, dass wir uns nicht nur des Schmerzes entsinnen, sondern aller Dinge, an alles müsse man sich erinnern, denn es gebe nur das, woran wir uns erinnern, doch was wir vergessen, gebe es nicht mehr, es verschwinde aus der Vergangenheit, es verschwinde aus der Welt.“
In Großmutters Haus kommt viel Neues und Geheimnisvolles auf Emma zu: sie sieht Großmutter in der Küche, wie sie etwas ins Mehl auf dem Backbrett zeichnet, wegwischt, erneut zeichnet. Emma weiß nicht, was sie davon halten soll. Großmutter erklärt nichts. Das wird sie noch öfter machen, das Schicksal befragen, oder besser, es beschwören, es zu überlisten suchen. Großmutters ganzes Leben besteht aus Ritualen, wird Emma erkennen, sie ist gefangen in ihren Ritualen. Emma schaut sich einiges davon ab. Auch sie versucht, Erinnerung und Gegenwart damit zu bannen, bis sie es eines Tages nicht mehr nötig haben wird.
Großvater ist vor knapp zwei Monaten gestorben und scheint sich noch immer im Haus zu bewegen: Er macht seine Morgengymnastik, was man an den sich bewegenden Teppichfransen sehen kann, manchmal erscheint er als weißer Nebel oder durchsichtig wie Glas. Er hat seinen Frieden vorläufig noch nicht gefunden – Emma betrachtet ein Foto von ihm: „In seinem Gesicht sehe ich eine große Traurigkeit, tiefer schwarzer Kummer sitzt hinter seinen Augen“; die beiden lebenden Bewohner des Hauses, genauso wenig wie die ganze Stadtbevölkerung nach der Revolution, hat bisher Frieden gefunden. Gerüchte werden ausgestreut, das Misstrauen ist mit Händen zu greifen. Das bekommt Emma auch in der Schule zu spüren. Es ist seltsam, dass Großmutter sie nur bis zum Schultor bringt – sie habe mit der Direktorin alles besprochen – und Emma solle nicht auf das Geschwätz der Leute hören. Ihre neue Banknachbarin, Krisztina erweist sich zunächst als niederträchtige Feindin und Rivalin, die auf keinen Fall Emma neben sich leiden will: Ihre Zwillingsschwester Réka ist bei den Unruhen der Revolution an ihrer Seite auf dem Hauptplatz erschossen worden – wofür Emma in Sippenhaft genommen wird: Üble Nachrede ist in Umlauf; ihre Großeltern seien Spitzel gewesen, der Großvater gar nicht ermordet worden, wie die Großmutter behauptet, sondern er habe sich, aus seinen Schuldgefühlen heraus, das Leben genommen. Großmutter sei sogar Insassin einer Nervenheilanstalt gewesen – und sowieso eine verrückte Hexe. Da nützt es auch nur kurzfristig, dass Großmutter mit allerlei Abwehrzauber das schwierige Leben meistern – und die Geister der Vergangenheit bannen will. Emma kämpft nicht nur in der Schule gegen ein Netz von Verdächtigungen. Sie muss auch mit anderen Schwierigkeiten fertig werden, wenn sie mit ihren eigenen Erinnerungen kämpft. Es sind die Zumutungen an Wahrheiten, die dem Mädchen aufgedrückt werden, ohne dass sie davon wissen will. Eigentlich möchte sie noch ein behütetes Kind sein, andererseits ist sie aber auch mutig und neugierig, was die eigene Familiengeschichte betrifft.
Schon auf ihrem ersten Weg in die Schule kommt Emma ganz eng mit den Ereignissen nach der Revolution in Berührung: sie hatte Halt auf einem Platz gemacht, der übersät war mit Blumen und Kerzen vor unzähligen Fotos von Frauen, Männern, Kindern. „Wir werden sie niemals vergessen“ steht darüber. Eines davon zeigt Krisztinas Schwester Réka, wie Emma später erkennt. Und bereits hier wird ihr gezeigt, was es heißt, zu „denen da“, zu einer Familie von vermeintlichen Spitzeln zu gehören, in Sippenhaft genommen zu werden. Zum Glück denken nicht alle so: Es gibt in dieser Schule, in der noch Praktiken von entwürdigender Demütigung und altkommunistischer Geschichtsklitterei betrieben werden, auch Lehrer, die ihren Kollegen, den Großvater, als aufrechten und gerechten Kollegen schätzen, dem sie nichts Schlechtes zutrauen können.
Die Geschichte in Vergangenheit und Gegenwart ist ständig präsent, obwohl, wie Dragomán ausdrücklich betont, dies kein historischer Roman ist: Die Revolution ist kaum vergangen und wirft noch ihre Schatten; die Zeit davor kommt zur Sprache, mit den vielen Entbehrungen, nicht nur der Freiheit, sondern auch an alltäglichen Gütern, die es rundum gab, nur waren sie in diesem Land für das gewöhnliche Volk nicht zu haben. Daher wurde selbst wegen einer Handvoll Maismehl betrogen, gelogen und gestohlen.
Mit der Freiheit können manche in der Nach-Revolutionszeit noch nicht viel anfangen, z.B. der Geschichtslehrer. Andererseits gibt es auch diejenigen, die nicht deswegen gekämpft haben, damit sich nun alle in gegenseitigen Beschuldigungen einen Kleinkrieg liefern: Da ist der Lauftrainer, der Emma ermuntert, hart zu trainieren, ihren Weg zu finden und nicht auf das Geschwätz der anderen zu hören. Er war ein guter Freund des Großvaters, der ein Held gewesen sei, den Krieg durchgemacht habe, Kriegsgefangenschaft, Arbeits- und Umerziehungslager. Aus ihm, einem Chirurgen, habe man einen Straßenfeger gemacht – alles habe er ausgehalten. Und das sei die Wahrheit! Als in der Stadt die Kugeln gepfiffen, die Geheimpolizei das Krankenhaus besetzt und die Toten gestohlen habe, da sei Großvater ganz allein hingegangen und habe die Toten zurückgefordert; denn er hatte fälschlich geglaubt, ihm, dem alten Lehrer, würden sie diese herausgeben. Der Trainer sucht noch immer nach Massengräbern; denn es hatte sich herausgestellt, dass die Särge der Revolutionstoten leer sind und die Leichen unauffindbar. Und da ist der Zeichenlehrer, der die jungen Menschen ermuntern will, selbst zu denken, selbst etwas anzufangen, und nicht darauf zu warten, dass Aufgaben explizit gestellt werden. Und vor allem ist da Péter, Emmas erste Liebe. Er hat sich ein Falkenweibchen aufgezogen, dem er die Freiheit gäbe, wenn sie nicht immer wieder zu ihm zurück kehrte.
Im Laufe der erzählten Zeitspanne von etwa zwei Jahren wird das Kind Emma erwachsen. Alles, was sie erfährt, setzt sich in ihrer Fantasie fest und wird zu Geschichte. Sie spürt vieles im Voraus und hat mystische Fähigkeiten wie ihre Großmutter. Doch sie bemüht sich um ihr eigenes Leben und versucht, sich von Bevormundung und Verboten der Erwachsenen zu lösen.
Eine große Rolle spielt nicht nur das Haus, in dem manchmal merkwürdige Dinge geschehen. Da ist auch noch der Garten, dessen Mauer an den Friedhof grenzt. Darin steht ein alter Nussbaum; seine Äste reichen bis auf das Dach eines kleinen Holzhauses. Dieser Schuppen ist verbotenes Terrain: Die Großmutter hat Emma ausdrücklich untersagt, dieses Häuschen je zu betreten – ansonsten könne sie sich frei bewegen. Da kommt einem der Garten Eden in den Sinn, mit dem verbotenen Apfelbaum, dem Baum der Erkenntnis. Und ähnlich ist das auch hier: Der Schuppen bringt Erkenntnis. Nicht nur, weil Emma darin eine weinende Stimme zu hören meint, sich über das Verbot hinwegsetzt und über den Nussbaum in den Schuppen klettert, sondern weil Großmutter darum weiß und deswegen genötigt ist, Emma ihre eigene unglückliche Geschichte zu erzählen: Ihre verdrängte Erinnerung aus der Zeit des Krieges, der Judenverfolgung, die während der kommunistischen Diktatur totgeschwiegen wurde: In diesem Schuppen hatte sie ihre Freundin Bertuka mit deren Freund und ihrem Bruder Miklós, Großmutters erster Liebe, lange Zeit versteckt. Als sich die Freunde mit Hilfe ihres Schmuckes heimlich über die Grenze bringen lassen wollten, wurden sie wohl verraten; denn in dieser Nacht kamen die Soldaten, töteten vor Großmutters Augen deren ahnungslose Eltern – und drangen schließlich in den Schuppen ein, wo sie Bertuka und die Ihren ermordeten. Großmutter hatte große Schuldgefühle und versuchte alles zu verdrängen, bis sie Großvater in einer Nervenheilanstalt kennen lernte. Er half ihr, die Vergangenheit anzunehmen. Noch jetzt, während sie ihrer Enkelin von dieser grauenhaften Geschichte erzählt, ist sie nicht sicher, ob sich auch alles genau so abgespielt hatte. Sicher ist nur, dass ihre Eltern von der Miliz ermordet wurden.
Und noch ein weiteres Geheimnis kommt heraus, als Großmutter einen nächtlichen Gast empfängt und dabei von Emma heimlich belauscht wird: Sie hat wohl für die Staatsicherheit spioniert, um von Großvater, der so etwas vehement abgelehnt hatte, alles Schreckliche fern halten zu können. Aber, wie sie beteuert, habe sie nur das angegeben, was ohnehin schon bekannt war.
Allmählich kommen sich die beiden Rivalinnen, Krisztina und Emma, näher. Krisztina erzählt vom Tod ihrer Schwester Réka und wie seitdem alles in ihr tot sei, sie sich schuldig fühle. Alle, die überlebt hätten, seien schuldig – auch Emma. Mit Mühe kann Emma sie mit einem Lied vom Selbstmord abhalten: „… die Lüge ist tot, es lebe die Wahrheit, die Knechtschaft ist tot, es lebe die Freiheit…“
Als selbsternannte Revolutionäre vor der ersten Wahl Unruhe stiften, erinnert sich die Bevölkerung wieder an die Vorwürfe gegen die Großeltern und in einem Klima von Lynchjustiz wird Großmutter fast ermordet. Dass das nicht geschieht ist Emma und ihrem Freund Péter zu verdanken. Sie erkennt, dass es kein Ende gegenseitigen Misstrauens und Krieg Führens geben kann, wenn man immer wieder auf den anderen einschlägt, sondern wenn man die Wahrheit sagt und sich die Hand reicht, damit weder Réka, noch Großvater, noch die weiteren Opfer umsonst gestorben sind.
Eigentlich sind alle Protagonisten dieses Romans Helden: über alle ist ein unvorhergesehenes schweres Schicksal hereingebrochen. Alle mussten ihr Leben irgendwie in den Griff bekommen, auch wenn sie dabei unabsichtlich Schuld auf sich geladen haben.
Wie Puzzlestücke hat Emma aus Andeutungen, Erzählungen, Beobachtungen und Erinnerungen die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern zusammengefügt: Das eigene verdrängte Trauma an den Unfall der Eltern, der wohl keiner war, die Traumata der Großmutter an vermeintliche und tatsächliche Schuld. Am Ende hat Emma die Magie gar nicht mehr nötig, obwohl sie dazu fähig wäre. Sie kennt die Wahrheit und hat die Freiheit zu gehen oder zu bleiben. Mit dieser Einsicht hat sie sowohl die Toten, als auch sich selbst erlöst. Und auch Großmutter kommt ganz ohne Zauber wieder zu sich.
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Es tat mir richtig Leid, Emma am Ende des Buches verlassen zu müssen. Umso ungeduldiger warte ich – und mit mir sicher viele Leser – auf den weiteren Roman aus dieser Umsturz-Zeit, gesehen mit den Augen des Kindes.

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