Bródy, Sándor

Über den Autor

Bródy wird 1863 in Eger geboren. Seine jüdischen Eltern sind kleinstädtische Kaufleute. Mit 21 Jahren gibt er einen naturalistischen Novellenband heraus „Elend“ (Nyomor), welcher ganz unterschiedliche Reaktionen nach sich zieht: Von großer Begeisterung zu totaler Ablehnung. Bródy wird berühmt und übersiedelt nach Budapest, wird Journalist und beginnt eine der größten Schriftstellerkarrieren seiner Zeit. Dabei hatte er, wie bei den Frauen neben den Erfolgen auch große Niederlagen zu verkraften. Nach einer gescheiterten Beziehung versuchte er sogar, sich das Leben zu nehmen. Bródy wird als schön, launenhaft, leidenschaftlich, als unermüdlicher Schreiber, als eleganter – und trotzdem häufig in Geldnöten befindlicher Dandy beschrieben.
Große Bedeutung kommt ihm als Inspirator zu, der das Leben der Großstadt mit den sozialen Bedingungen des Dorfes verknüpft. Seine besten Leistungen seien seine Novellen, die Sprache seine Hauptstärke. Er versteht es, hauptstädtischen Jargon mit ländlichem Dialekt in gehobener Literatursprache zu verschmelzen.
Antal Szerb schreibt über ihn. „Er möchte sachlich sein, aber unentwegt reißt ihn sein launisches, reiches Temperament fort.“
1919 geht er der kommunistischen Diktatur aus dem Weg, sieht sich dann aber antisemitischen Ausschreitungen ausgesetzt. Auch sind seine Möglichkeiten nach den Verträgen von Trianon nun sehr eingeschränkt. Er reist nach Paris, Berlin, Padua, Baden bei Wien. In Holland studiert er die Kunst Rembrandts, dem er in seinem letzten Werk, dem Novellenzyklus Rembrandt ein Andenken setzt. Allerdings kann dieses erst sein Sohn, András Bródy, nach seinem Tod, 1924, publizieren.
„Das Œuvre Sándor Bródys gehört hauptsächlich durch seine Novellen in den literarischen Kanon der ungarischen Moderne. […] Diese Novellen machen von den modernen Möglichkeiten der Gattung Gebrauch: von der Groteske bis zur Darstellung dramatischer Konflikte, vom stark metaphorischen lyrischen Ton bis hin zu einer balladenhaft gestalteten Atmosphäre“, so György Eisenmann in seinem lesenswerten Nachwort.

In der Ehinger Bibliothek befindliche Publikationen:

 

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