Vándor, Györgyi

© György Dalos

Über die Autorin

Geboren ist Györgyi Vándor 1923, sie entstammt einer jüdischen Handwerkerfamilie. Vor ihrer Verhaftung 1949 studiert sie an der Philosophischen Fakultät in Budapest. Sie spricht mehrere Sprachen. In den Schauprozessen um den Hauptangeklagten László Rajk ist sie das jüngste Opfer. Wie bei den „Trotzkistenprozessen“ im stalinistischen Moskau, werden Verdächtige aus verschiedenen Parteien, die als staatsfremd gelten, pauschal der Konspiration, der Spionage und staatsfeindlicher Agitationen beschuldigt. Mit sechsundzwanzig Jahren wird Györgyi Vándor zu zehn Jahren Zuchthaus wegen „Konspiration“ und Spionage“ verurteilt. Sieben Jahre ist sie in verschiedenen Gefängnissen in Budapest inhaftiert, z. Teil in Einzelhaft und Dunkelzelle. Verzweifelt versucht sie mit ihren Mitgefangenen ein „normales“ Leben zu führen, indem sie sich wechselseitig Sprachunterricht erteilen, Theater spielen, Geschichten und Gedichte vortragen. Erst 1956, kurz vor dem Volksaufstand, wird sie rehabilitiert und entlassen. Sie emigriert 1970 nach Israel, fühlt sich dort aber als Fremde und zieht 1973 nach Wien. In den späten 90er Jahren lebt sie abwechselnd in Budapest und Wien, wo sie im Jahr 2000 stirbt. Ab 1980 ist sie Sprachlehrerin für Italienisch und Ungarisch; Korrespondentin in Wien für „Radio Free Europe“, sie veröffentlicht in ungarischen Exilzeitungen, 1992 ist sie Mitredakteurin des „Bécsi Napló“, einer ungarischen Zeitschrift in Wien (Wiener Tageblatt). Vándors autobiografischer Roman kann erst nach der Wende in Ungarn erscheinen. Obwohl ihre auf Ungarisch verfassten Bücher im Exil in Wien, München und Bern erscheinen, ist leider nur diese Autobiografie auf Deutsch übersetzt.

In der ‚Ehinger Bibliothek‘ befindliche Publikationen:

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