Michaelis Rahr, Gerti

© Gudrun Brzoska

Über die Autorin

1921 in Stettin geboren, beginnt sie bereits in der Schulzeit eine Ausbildung zur klassischen Tänzerin und Sängerin. Ihr erstes Engagement führt die junge Künstlerin nach Stettin, wo sie bereits mit neunzehn Jahren als gefeierte Tänzerin auf der Bühne des Staatstheaters in Weimar steht. Sie lernt den Diplomaten András Török von Szendrö kennen. Der Krieg unterbricht ihre Karriere, sie wird mit dem Ungarn, der sie mit gefälschten Papieren retten will, 1945 in die Sowjetunion verschleppt. Von dort können sie zwar nach Ungarn kommen; András, genannt Bandi, wird aber verhaftet. Das Leben hinter dem Eisernen Vorhang zwingt ihr einen gänzlich neuen Lebensweg auf: Ungarn ist ihr fremd, doch sie meistert unter schwierigsten Bedingungen den Alltag. Schnell lernt sie die Sprache und kann trotz großer Schwierigkeiten eine vielbeachtete Ballettschule in der Heimatstadt ihres Mannes, in Eger gründen. So kann der Tanz weiterhin ihr Leben bleiben. Als diplomierte Ballettmeisterin bildet sie den talentierten ungarischen Ballett-Nachwuchs aus. Das kommunistische Ungarn ist die dritte Diktatur; hier muss sie achtzehn Jahre leben. 1956 kann sie nicht, wie viele andere, aus dem Land fliehen. Eger ist zu weit von der Grenze entfernt, die Kinder noch zu klein. Erst 1963 kann Gerti Michaelis Rahr aus dem Zwangsaufenthalt in Ungarn nach Deutschland zurückkehren. Mit über achtzig Jahren blickt sie auf ein historisch wie persönlich ereignisreiches Leben zurück und schreibt ihr erstes Buch „Der Vorhang fiel“.

In der ‚Ehinger Bibliothek‘ befindliche Publikationen:

  • Der Vorhang fiel. Lebenswege einer Künstlerin durch drei Diktaturen. Verlag Demand, 2004. ISBN 3-935093-33-0
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