Rezension: Haug, Maggie – „Max“

Verlag Novum, 2008
ISBN: 978-3-85022-401-7
Bezug: Magdalena Haug, Dattelweg 25 A, 70619 Stuttgart,
Tel: 0711-8498440
Preis: 16,40 Euro

Lisa ist genervt von der Verwandtschaft ihres verstorbenen Vaters. Warum musste Mutter auch ausgerechnet von München wegziehen, in deren Nähe? Heute ist wieder solch ein öder Familiensonntag – mit Zoobesuch! – bei dieser Hitze! Geschickt kann sich das Mädchen vom langweiligen Familienpulk lösen: Bei den Pinguinen gefällt es ihr schon besser, die mochte sie schon von klein auf – und sie erinnern sie an die anzüglichen Bemerkungen ihrer heißgeliebten unkonventionellen Omi Bea über Politiker. Plötzlich steht der kleinste Pinguin am Zaun – und Lisa fühlt sich von ihm mit schnarrender Stimme angesprochen: Er heißt Max und möchte zurück in die Antarktis, zu seiner Familie. Lisa kann es nicht glauben! Ein sprechender Pinguin – und sie versteht ihn! Allein kann Lisa den kleinen Pinguin natürlich nicht retten – und so vertraut sie sich ihrer Omi an, die ihr die verrückte Geschichte glaubt – und was viel wichtiger ist, auch sofort zu überlegen beginnt, wie sie beide Max helfen könnten. Es ist gar nicht so einfach, einen Pinguin aus dem Zoo mitzunehmen, doch es gelingt, zumal auch Omi Bea den Pinguin verstehen kann. Sie hat einen grandiosen Einfall und lädt Lisa zu einer Schiffsfahrt nach Australien ein – schon mal in Richtung Antarktis. Auch Lisas Mutter ist erleichtert, sie hat keinen Urlaub und könnte nichts mit ihrer kleinen Tochter unternehmen. Nun beginnen abenteuerliche Wochen: Nicht nur, dass sie Max unter abenteuerlichen Umständen aus dem Zoo geholt haben, ihn vor Lisas Mutter verstecken mussten, nicht nur, ihn als blinden Passagier an Bord eines Containerschiffes zu bringen; er muss ja auch Fische zu fressen bekommen. Und Pinguin Max ist nicht irgendwer, sondern ein junger, wissbegieriger Vogel, der bei den Unterhaltungen der Menschen aufgepasst hat. Er ist eine richtige Quasselstrippe, dazu altklug und schlagfertig. Gewöhnt an die Begeisterung der Zoobesucher, ist er von sich eingenommen und nicht leicht zu bändigen. Auf dem Schiff möchte er unterhalten werden, im Pool schwimmen und so allerhand Extravaganzen. Es wird eine aufregende Schiffsreise. Lisa lernt den hochbegabten Jungen Norman de Ville kennen, einen 13jährigen Gentleman mit guten Manieren – und das krasse Gegenteil von ihm, Oliver Kreutzer, der sich laut und frech aufspielt, hinter ihnen her spioniert. Auch die erwachsenen Passagiere teilen sich – wie im gewöhnlichen Leben – in sympathische und unsympathische Zeitgenossen. Wie Max zu einem Fernsehfreak wird, als Bauchrednerpuppe seine Nicht-Existenz beweisen muss – und ein romantisches überraschendes Ende – erfahren kleine und große Leser im Laufe der reizenden Erzählung. Eine gelungene, fantastische Geschichte, die gute Laune macht und darüber hinaus noch etwas zum Wissen über Pinguine, Schiffe und Schiffsreisen beiträgt.

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