Balla, Zsófia

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Über die Autorin

Geboren ist die Siebenbürgerin 1949 in Klausenburg, Kolozsvár, heute Cluj/Rumänien, als Angehörige der ungarisch-jüdischen Minderheit. Sie besucht von 1956 bis 1968 die Hochschule für Musik im Fach Geige, macht 1972 ihr Musikdiplom in Klausenburg. 1968 erscheint ihr erster Gedichtband „A dolgok emlékezete“ (Das Gedächtnis der Dinge). Von 1972 bis 1985 arbeitet sie als Kulturredakteurin des ungarischsprachigen Rundfunks in Klausenburg und Bukarest, ist Mitarbeiterin verschiedener Literatur- und Kinderzeitschriften. 1975 tritt sie in den Rumänischen Schriftstellerverband ein; von 1978 bis 1982 ist sie Leiterin des Literaturkreises der Klausenburger Literaturgesellschaft. Der Kreis wird behördlich verboten und endgültig aufgelöst. Alle Radiostudios in der Provinz werden geschlossen. In den Jahren 1985 bis 1990 ist sie Korrespondentin der ungarischen Tageszeitung „Előre“ (Vorwärts) in Bukarest, darf aber ausschließlich im Bereich Industrie und Landwirtschaft arbeiten. Während ihrer Studienzeit gehört Zsófia Balla bereits zur demokratischen Opposition; ihre Arbeits- und Publikationsmöglichkeiten werden daher immer mehr eingeengt. -In den Jahren 1980 –1990 darf sie Rumänien nicht verlassen, von 1985-1990 nicht publizieren. – Nach der Wende ist sie Mitglied des Vorstandes des Rumänischen Schriftstellerverbandes; bis 1994 Redakteurin bei verschiedenen literarischen Zeitschriften. Ab 1994 ist Balla Mitglied des Vorstandes des Ungarischen Schriftstellerverbandes. Über die schwierigen Jahre harrt sie in ihrer Heimat aus, übersiedelt erst 1993 nach Ungarn und lebt jetzt in Budapest. Ab 1968 beginnt sie in ungarischer Sprache zu schreiben; ins Deutsche wird sie erst in den letzten Jahren übersetzt. 1998 erscheint der inzwischen vergriffene Band „Spirituoso“, ab 1999 zahlreiche Veröffentlichungen im deutschen Sprachraum. Bis jetzt sind siebzehn Bände ihrer Gedichte, Essays und Kurzprosa erschienen.
Preise und Ehrungen:
Zsófia Balla ist Trägerin mehrerer rumänischer und ungarischer Literaturpreise. U.a.: 1992 Tibor Déry-Preis, 1995 Soros-Preis für ihr Lebenswerk, 1996 Attila József-Preis, 2003 Palladium-Preis, 2008 Lorbeerkranz der Ungarischen Republik. Es wurden ihr mehrere Stipendienaufenthalte gewährt, u. a. 1999 DAAD Berliner Künstlerprogramm, 2001 Herrenhaus Edenkoben, 2002 Landeshauptstadt München, 2006 Kulturkontakt Graz

In der ‚Ehinger Bibliothek‘ befindliche Publikationen:

  • Schönes, trauriges Land. Gedichte. Übersetzung von Hans-Henning Paetzke. Verlag Suhrkamp, 1998. ISBN 3-518-12085-9
  • Schwerkraft und Mitte. Übersetzung von Daniel Muth. DAAD, 2001. ISBN 3-89357-098-5
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