Rezension: Gahse, Zsuzsanna – „Nichts ist wie oder Rosa kehrt nicht zurück“

Das Jahr 1956 ist der Ausgangspunkt in Zsuzsanna Gahses Roman „Nichts ist wie oder Rosa kehrt nicht zurück“. Die Protagonistin Rosa flieht 1956 mit ihren beiden Töchtern über die ungarische Grenze zunächst nach Österreich und dann nach Deutschland. In ihrem starken Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit sieht Rosa in diesem Neuanfang die Chance, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen auszukosten. Als hilfreich erweist sich dabei der Umstand, dass sie sprachlich wenig auf die Hilfe anderer angewiesen ist; beherrscht sie doch im Gegensatz zu ihren beiden Töchtern die deutsche Sprache. Gerade dieser Sprachvorteil – aber auch die Tatsache, dass Rosa in ihrer eigensinnigen Lebensweise jegliche Verantwortung von sich weist – beeinträchtigen stark das Verhältnis zwischen Mutter und der jüngeren Tochter. Der schwelende Mutter-Tochter-Konflikt wird so zum tragenden Element des Romans. Dabei steht allerdings weniger eine erzählte Handlung im Vordergrund als vielmehr die Sprachkunst Gahses, die letztlich auch das Zusammenwirken von Sprache und Identität aufspürt.

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