{"id":587,"date":"2011-12-19T12:14:37","date_gmt":"2011-12-19T12:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=587"},"modified":"2012-05-19T20:02:55","modified_gmt":"2012-05-19T20:02:55","slug":"rezension-andras-nyerges-nichtvordemkind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=587","title":{"rendered":"Rezension: Nyerges, Andr\u00e1s &#8211; &#8222;Nichtvordemkind&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/nichtvordemkind.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2420\" title=\"nichtvordemkind\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/nichtvordemkind.jpg\" alt=\"\" width=\"80\" height=\"130\" \/><\/a><em>(Voltomiglan)<br \/>\nAus dem Ungarischen von Andrea Ikker<br \/>\nBudapest 2002 \/ Knaus 2007<br \/>\nISBN: 978-3-8135-0281-7<\/em><\/p>\n<p>Andr\u00e1s Nyerges erz\u00e4hlt spannend und ironisch von seiner Kindheit: 1944 in Budapest. Die Tragik fehlt nicht, doch aus der Sicht des Kindes nimmt sich manches unverst\u00e4ndlich und komisch aus: Er ist 4 Jahre alt, lebt mit seinen Eltern und seiner verbitterten bigotten Gro\u00dfmutter Ir\u00e9n in einer \u00e4rmlichen Mietwohnung. Die Mutter darf als J\u00fcdin ihrem Beruf als T\u00e4nzerin nicht mehr nachgehen, der Vater, Schneidergeselle und von ganzem Herzen Musiker, verdient den k\u00fcmmerlichen Lebensunterhalt. Seine Mutter, Gro\u00dfmutter Ir\u00e9n, hat einen m\u00f6rderischen Hass auf die Juden und macht allen das Leben schwer.<br \/>\nDie Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits wohnen vornehm, der geliebte Gro\u00dfvater Zsiga ist Naturwissenschaftler, die Gro\u00dfmutter Margit umgibt ihren Enkel Andr\u00e1s mit Liebe und F\u00fcrsorge.<br \/>\nDas Kind, nimmt alles wahr, kann aber die komplizierte Welt der Familie nicht verstehen:<br \/>\nEr erz\u00e4hlt von der ihm unverst\u00e4ndlichen Kluft zwischen den Gro\u00dfeltern, von der Zeit, als Mutters Eltern pl\u00f6tzlich verschwinden. Ganz unbefangen berichtet er vom Leben im Luftschutzkeller, als er beide Eltern endlich ganz f\u00fcr sich hat. Dazwischen steht er fassungslos vor Ir\u00e9ns Ausbr\u00fcchen, die voll Neid und Hass auf die \u201egehobene Schicht\u201c sind, und die froh ist, als die ungeliebte Judenfamilie endlich verschleppt wird. Sie liebt nur ihren Sohn und ihr Enkelkind.<br \/>\nSp\u00e4ter erz\u00e4hlt Nyerges aus der Sicht des Schulkindes von der Zeit, als der geliebte Gro\u00dfvater beerdigt wird und seine Eltern, Sozialdemokraten, \u201eumerzogen\u201c werden zu Kommunisten. Sie sind dankbar, dass die Russen sie gerettet haben. Vor allem die Mutter m\u00f6chte \u201edazugeh\u00f6ren\u201c und nicht mehr abseits stehen.<br \/>\nNyerges streut immer wieder Erkenntnisse \u00fcber Zusammenh\u00e4nge ein, die er als Heranwachsender und junger Erwachsener herausgefunden hat: Gro\u00dfmutter Ir\u00e9ns gro\u00dfe Entt\u00e4uschung war n\u00e4mlich ein Jude gewesen, der sie dann mit Andr\u00e1s\u2019 Vater hatte sitzen lassen. Aus dieser hilflosen Situation heraus hatte sie ihrem Sohn den Eid abgepresst, sie niemals zu verlassen.<br \/>\nAls Ironie des Schicksals stellt sich allerdings heraus dass Ir\u00e9ns Vorfahren assimilierte Juden, Mutters Ahnen Adventisten waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Voltomiglan) Aus dem Ungarischen von Andrea Ikker Budapest 2002 \/ Knaus 2007 ISBN: 978-3-8135-0281-7 Andr\u00e1s Nyerges erz\u00e4hlt spannend und ironisch von seiner Kindheit: 1944 in Budapest. Die Tragik fehlt nicht, doch aus der Sicht des Kindes nimmt sich manches unverst\u00e4ndlich &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=587\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[143],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/587"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=587"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2421,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/587\/revisions\/2421"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}