{"id":553,"date":"2011-12-14T19:32:39","date_gmt":"2011-12-14T19:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=553"},"modified":"2012-05-18T20:56:29","modified_gmt":"2012-05-18T20:56:29","slug":"rezension-dezso-kosztolanyi-lerche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=553","title":{"rendered":"Rezension: Kosztol\u00e1nyi, Dezs\u0151 &#8211; &#8222;Lerche&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/die_lerche.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2380\" title=\"die_lerche\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/die_lerche.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"238\" \/><\/a><em>aus dem Ungarischen von Christina Viragh, mit einem Nachwort von P\u00e9ter Esterh\u00e1zy. Manesse Verlag, 2007, ISBN: 3-71752-144-6<br \/>\naus dem Ungarischen von Heinrich Eisterer, Suhrkamp Verlag, 2997, ISBN: 978-3-518-22423-6<br \/>\nOriginaltitel: Pacsirta<br \/>\nBezug: Buchhandel<\/em><\/p>\n<p>Der Roman spielt in der fiktiven Stadt S\u00e1rszeg ausgangs des 19. Jahrhunderts. In einer Kleinstadt, in der weiter nichts geschieht, alles seinen vorgezeichneten Gang geht, alles vorhersehbar scheint, einer Kleinstadt, in der jedermann jeden kennt oder genau zu kennen glaubt, wo das Leben der Gesellschaft still zu stehen scheint.<br \/>\nLerche ist die unverheiratete, schon \u00e4ltliche, Tochter des Ehepaars Vajkay, Von den Eltern \u00fcberm\u00e4\u00dfig geliebt und beh\u00fctet, h\u00e4lt sie den Haushalt eisern und unerbittlich im Griff. Man g\u00f6nnt sich nichts; die Tochter kocht und putzt selbst.<br \/>\nNur einmal war es bis jetzt vorgekommen, dass sich ein junger Mann, G\u00e9za Cifra, f\u00fcr Lerche interessiert hatte. Allerdings nur in den Augen der Familie. Je mehr sich der Mann entzog, um so tadelnswerter, grober und unerzogener erscheint er den \u201eBeleidigten\u201c.<br \/>\nAls Lerche einmal eine Einladung zu Verwandten aufs Land annimmt, bl\u00fchen die Eltern, wie von einer Last befreit, richtig auf, gestehen sich die \u201eUngeheuerlichkeit\u201c ein, dass ihre Tochter blitzh\u00e4sslich ist.. Nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern gehen ins Restaurant, gehen tanzen, der Vater trifft sich zu Herrenrunden mit fr\u00fcheren Freunden und Kollegen, die Mutter zu Kaffeenachmittagen mit Bekannten. Sie holen all das nach, was sie sich bisher, da ihre Tochter ihr eigenes Leben selbst nicht lebt, versagt haben. Selbst die Erinnerung an Lerche verblasst nach und nach in dieser einen Woche.<br \/>\nW\u00e4hrend nun die Eltern innerlich wieder jung und unternehmungslustig werden, schreibt Lerche freudlos lange Pflichtbriefe an die Eltern. Sie kann es kaum erwarten, wieder in ihre gewohnte Umgebung zu kommen.<br \/>\nMit ihrer R\u00fcckkunft ist dann auch f\u00fcr die Eltern diese Woche Freiheit und Gel\u00f6stsein endg\u00fcltig vorbei \u2013 das leere Leben wird wieder fortgesetzt.<br \/>\nKosztol\u00e1nyi schreibt eine meisterhaft-psychologische Erz\u00e4hlung, ein satirisches Portrait einer Gesellschaft, deren Leben sinnentleert und h\u00f6chst vorhersehbar ist. Schon einmal, 1924 wurde das Buch ins Deutsche \u00fcbersetzt, nun erscheint die Neuauflage gleich in zwei Verlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>aus dem Ungarischen von Christina Viragh, mit einem Nachwort von P\u00e9ter Esterh\u00e1zy. 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