{"id":538,"date":"2011-12-14T19:21:48","date_gmt":"2011-12-14T19:21:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=538"},"modified":"2012-05-18T20:49:28","modified_gmt":"2012-05-18T20:49:28","slug":"rezension-tamas-jonas-als-ich-noch-zigeuner-war","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=538","title":{"rendered":"Rezension: J\u00f3n\u00e1s, Tam\u00e1s &#8211; &#8222;Als ich noch Zigeuner war&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Erz\u00e4hlungen<a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/als_ich.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2362\" title=\"als_ich\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/als_ich-e1337374162142.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"234\" \/><\/a><br \/>\nBuchreihe: Literaturwunderland Ungarn<br \/>\nAus dem Ungarischen von Clemens Prinz<br \/>\nVerlag: Kortina, 2006; ISBN:963 86269 6 8<br \/>\nOriginaltitel: Cig\u00e1nyid\u0151k &amp; B\u00e1nom, hogy a szolg\u00e1d voltam<br \/>\nBezug: Buchhandel Preis: Euro 10.00<\/em><\/p>\n<p>In der deutschen Ausgabe sind die zwei Teile zu einem Buch zusammengefasst: Der erste erz\u00e4hlt von der Kindheit des Zigeunerjungen Tam\u00e1s: Seine Gedanken springen hin und her, Erinnerungen werden wach, Ged\u00e4chtnissplitter blitzen auf. Heute ist aus dem Zigeunerkind ein Dichter, ein Autor geworden, gerade so, wie er es sich damals vorgenommen hatte. Damit hat er sich befreit aus der ausweglos scheinenden Spirale von Elend, Gewalt und Ausgesto\u00dfensein.<br \/>\nMitrei\u00dfend und einf\u00fchlsam erz\u00e4hlt er vom pr\u00fcgelnden \u201eVati\u201c, von \u201eMutti\u201c, die den gr\u00f6\u00dften Teil des Lebensunterhaltes erbettelt oder immer wieder leiht, obwohl sie nicht zur\u00fcck zahlen kann, von sich als kleinem Jungen, der, wie seiner Geschwister, durch bittere Armut und die Schulden seiner Familie in verschiedene Kinderheime abgeschoben wird, zu Pflegeeltern kommt, die ihn grausam qu\u00e4len, ihn hungern lassen, pr\u00fcgeln, bis auch sie im Gef\u00e4ngnis landen. Als er mit sechs Jahren wieder nach Hause kommt, \u201ewar nichts mehr so wie fr\u00fcher\u201c&#8230;.\u201cSeitdem wei\u00df ich, dass ich mich nur auf mich selbst verlassen kann\u201c. ..<br \/>\nVerwundert erinnert er sich seiner Pubert\u00e4t, seiner ersten Lieben, erinnert sich daran, wie er so oft abseits stand, geh\u00e4nselt und ausgelacht wurde. Er macht sich kindliche Gedanken \u00fcber den gro\u00dfen kriminellen Bruder \u00c1rpi und \u00fcber seine Schwester: \u201eZsuzsi war eine Hure. Ein bisschen stolz war ich schon auf sie\u201c &#8230; Und dann: \u201eUnd ich werde Dichter\u201c &#8230;<br \/>\nIn den Augen des Kindes \u201emusste das wohl alles so sein\u201c, die Armut, die Grausamkeit, die Leidenschaft&#8230;.<br \/>\nDer Leser muss sich einlesen in diese Erinnerungsfetzen, die nicht chronologisch geordnet sind. Obwohl die Kapitel mit \u00dcberschriften versehen sind, wei\u00df man selten, um welche Zeit es sich gerade handelt &#8211; doch die Spannung, wie es wohl weitergehen mag mit diesem Kind, treibt ihn fast atemlos vorw\u00e4rts.<br \/>\nDer zweite Teil erz\u00e4hlt Geschichten, die fiktiv, aber genau so in seinem Dorf geschehen sein k\u00f6nnen. J\u00f3n\u00e1s erz\u00e4hlt spannend und einf\u00fchlsam, n\u00fcchtern und zur\u00fcckhaltend, aber immer voll Leidenschaft, Melancholie, Ironie, manchmal mit Schalk von den abstrusen, tragischen heftigen und leidenschaftlichen Episoden aus dem Leben eines Zigeunerdorfes. Seine Geschichten erinnern an die m\u00fcndliche Erz\u00e4hltradition dieses Volkes. Immer wieder hofft der Leser auf eine gute Wendung, aber leider: das Leben ist und bleibt grausam, die Wendung kommt oft unverhofft, jedoch traurig, skandal\u00f6s und gewaltt\u00e4tig.<br \/>\nDie Farbigkeit des Zigeunerlebens machen allein seine Tr\u00e4ume, seine Illusionen, seine Fantasie, aber auch seine St\u00e4rke und sein Lebenswille aus.<br \/>\nDas Buch ist erstklassig \u00fcbersetzt, die Alltagssprache der Zigeuner gut getroffen im \u00f6sterreichischen Idiom.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erz\u00e4hlungen Buchreihe: Literaturwunderland Ungarn Aus dem Ungarischen von Clemens Prinz Verlag: Kortina, 2006; ISBN:963 86269 6 8 Originaltitel: Cig\u00e1nyid\u0151k &amp; B\u00e1nom, hogy a szolg\u00e1d voltam Bezug: Buchhandel Preis: Euro 10.00 In der deutschen Ausgabe sind die zwei Teile zu einem &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=538\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[149],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/538"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=538"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/538\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2363,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/538\/revisions\/2363"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}