{"id":519,"date":"2011-12-06T19:58:40","date_gmt":"2011-12-06T19:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=519"},"modified":"2012-05-18T20:47:49","modified_gmt":"2012-05-18T20:47:49","slug":"rezension-p-howard-alias-jeno-reich-spater-jeno-rejto-ein-seemann-von-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=519","title":{"rendered":"Rezension: Howard, P.  (alias Jen\u0151 Reich, sp\u00e4ter Jen\u0151 Rejt\u0151) &#8211; &#8222;Ein Seemann von Welt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Roman <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/ein_seemann2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2358\" title=\"ein_seemann2\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/ein_seemann2.jpg\" alt=\"\" width=\"80\" height=\"132\" \/><\/a><br \/>\nAus dem Ungarischen von Anna Lindt<br \/>\nVerlag: Elfenbein, 2004 ISBN: 3-932245-64-4<br \/>\nOriginaltitel: Piszkos Fred, a kapit\u00e1ny, 1940<br \/>\nBezug: Buchhandel Preis: Euro 22.00<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<p>Bei einer Schl\u00e4gerei in einer Hafenkneipe haut Jimmy Reeperb-ahn fast eine ganze Schiffsmannschaft zusammen, steckt dem Quartiermeister ein Messer in den R\u00fccken, dem dabei aber wei-ter nichts Schlimmes passiert. Der Quartiermeister \u00fcberredet ihn,<br \/>\nf\u00fcr gutes Geld gleichzeitig Kellner \u2013 \u00fcber Tag \u2013 und Heizer \u2013 \u00fcber Nacht \u2013 auf einem Luxusliner \u201eHonolulu Star\u201c auf dem Weg nach Singapur anzuheuern. Es sei ja nur f\u00fcr ein paar Wochen, danach k\u00f6nnte er sich wieder ausschlafen. Jimmy wird nat\u00fcr-lich immer m\u00fcder, und als das schon anf\u00e4ngt aufzufallen, gibt er den G\u00e4sten ein wenig Opium in die Speisen. Der Kapit\u00e4n und seine Offiziere f\u00fcrchten nat\u00fcrlich, dass die Schlafkrankheit ausgebrochen sei, eine Epidemie, die auf den Schiffen sehr gef\u00fcrchtet ist. Zuf\u00e4llig entdeckt er Fred Unrat als blinden Passagier im Laderaum, der ihm mit seinem scharfen Verstand mal von Nutzen ist, der ihn andererseits auch f\u00fcr seine Zwecke einspannt. An Bord langweilt sich auch der junge Mr. Irving, ein Prinz, der inkognito reist, weil er ohne seinen Vormund, Mr. Gould keinen Schritt alleine tun kann. Ihm gef\u00e4llt aber der junge Kellner Jimmy \u2013 und als fast al-le krank daniederliegen, sucht er immer wieder ein Gespr\u00e4ch mit ihm.<br \/>\nDer Kapit\u00e4n des Schiffes fordert Hilfe an, um der Krankheit Herr zu werden. Kurz bevor ein anderes Schiff anlegen kann, geschieht jedoch ein Mord. Mr. Gould wird mit einer Hutnadel erstochen. Das bemerkt aber nur Jimmy. Um die anderen Pas-sagiere nicht zu beunruhigen, soll er ganz schnell auf See bestattet werden. Ein Gespenst in Gestalt eines doppelten Kapit\u00e4n scheint umzugehen und beunruhigt be-sonders den Quartiermeister, der um seinen Job bangt, wenn alles auffliegt, als auch Jimmy.<br \/>\nDas Hilfsschiff legt an, der Kapit\u00e4n \u00fcbernimmt das Oberkommando, &#8211; inzwischen sind die meisten Passagiere schon wieder \u201egenesen\u201c \u2013 und kann bei der Parangan-Insel vor Anker gehen. Kurz davor beschw\u00f6rt Mr. Irving den Kellner Jos\u00e9 \u2013 Jimmy Reeperbahn, mit ihm einen Rollentausch zu machen. Er weiht ihn ein, dass er der n\u00e4chste K\u00f6nig der Gl\u00fcckseligkeitsinsel sein w\u00fcrde, dass er aber unbedingt sich f\u00fcr 2 Tage unerkannt im Hafen umsehen und die Menschheit \u201estudieren\u201c m\u00f6chte. Jimmy gibt ihm viele gute Ratschl\u00e4ge, beschreibt ihm die Gestalten, an die er sich halten soll \u2013 und diejenigen, von denen er sich besser fernh\u00e4lt. Im Gegenzug instruiert der Prinz den jungen Mann, wie er sich verhalten soll, macht ihn mit einigen geschicht-lichen Tatsachen in seiner Familie bekannt. Es folgt nat\u00fcrlich eine herrliche Ver-wechslungskomm\u00f6die: Der Prinz ger\u00e4t nat\u00fcrlich sofort den falschen Leuten in die H\u00e4nde \u2013 und will sehr schnell kein Abenteurer mehr sein, sondern in sein richtiges Leben zur\u00fcckkehren. Doch er steckt schon so tief in der neuen Rolle, dass er sie wohl oder \u00fcbel weiterspielen muss. Besonders schlimm, dass ihn die Tochter eines Widersachers, der auch \u00fcber die Insel herrschen will, heiraten m\u00f6chte, da sie wie-derum glaubt, er sei der Desperado, der sich mit den Einheimischen schon einmal zusammengetan hatte, um den Thron zu rauben.<br \/>\nJimmy im Schloss geht es da etwas besser; er kann sich fast alles erlauben. Die Be-dinsteten und Minister haben den jungen Prinz entweder noch nie, oder schon lan-ge nicht mehr gesehen. Nur die Mutter und deren Bruder stutzen bei seinem An-blick. Jimmy weigert sich aber, Gesetze zu unterschreiben, die dem abwesenden Prinz schaden k\u00f6nnten. Vor allem, als die K\u00f6nigin ihn heimlich aufsucht, ihm zu-gibt, dass sie den Schwindel nat\u00fcrlich gleich bemerkt hat, ebenso wie ihr Bruder. Der sei scharf auf den Thron \u2013 und Jimmy m\u00fcsse sehr aufpassen. Der Bruder ver-sucht ihn nat\u00fcrlich geh\u00f6rig unter Druck zu setzen.<br \/>\nDamit die Geschichte sch\u00f6n parallel und glaubhaft erz\u00e4hlt werden kann, l\u00e4sst der Autor Jimmy Tagebuch f\u00fchren \u00fcber seine Erlebnisse. Nat\u00fcrlich mit allen Recht-schreib- und Verst\u00e4ndnisfehlern. Die \u00dcbersetzung der Wortspiele und Verballhor-nungen ist k\u00f6stlich \u2013 und sicher kein leichtes Unterfangen. Auch der Leser muss auf der Hut sein, dass ihm nichts entgeht, denn der wissbegierige, von sich eingenom-mene aber nur wenig gebildete Jimmy kann sich keine Redewendungen merken. Sympathisch, wie er immer wieder seinem Tagebuch zugeben muss, dass er doch ein weiches Herz hat, ja fast zur Sentimentalit\u00e4t neigt, wenn er sich in Gegenwart der K\u00f6nigin so wohl f\u00fchlt, als sei sie seine wirkliche Mutter.<br \/>\nWeil er auf dem Schiff Fred Unrat so ge\u00e4rgert hat, geht die Rettung des jungen K\u00f6-nigs und des Thrones fast schief. Aber Fred mit seinem scharfen Verstand bringt zum Schluss alles ins Lot. Und eine Liebesheirat gibt\u2019s nat\u00fcrlich auch.<br \/>\nMehr wird nicht verraten.<br \/>\nAlles wird nat\u00fcrlich auch in diesem Roman sehr ironisch erz\u00e4hlt, mit s\u00fcffisantem Schmunzeln \u00fcber die Whiskys\u00e4ufer, die selbsternannten Herren \u00fcber Leben und Tod \u2013 und wie sich die Bilder gleichen, bei den hohen Herren geht es nicht viel anders zu, nur etwas leiser und heimlicher.<br \/>\nSehr gekonnt dreht Howard seine Pirouetten mit allen Figuren und Ereignissen. Und wenn die \u00dcberraschungen noch so unwahrscheinlich daherkommen, so l\u00f6st er doch alles wieder logisch auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roman Aus dem Ungarischen von Anna Lindt Verlag: Elfenbein, 2004 ISBN: 3-932245-64-4 Originaltitel: Piszkos Fred, a kapit\u00e1ny, 1940 Bezug: Buchhandel Preis: Euro 22.00 Bei einer Schl\u00e4gerei in einer Hafenkneipe haut Jimmy Reeperb-ahn fast eine ganze Schiffsmannschaft zusammen, steckt dem Quartiermeister &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=519\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[151],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=519"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2359,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions\/2359"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}