{"id":509,"date":"2011-12-06T19:46:16","date_gmt":"2011-12-06T19:46:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=509"},"modified":"2012-05-18T20:41:17","modified_gmt":"2012-05-18T20:41:17","slug":"rezension-robert-hasz-der-herrscher-der-seelen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=509","title":{"rendered":"Rezension: H\u00e1sz, R\u00f3bert &#8211; &#8222;Der Herrscher der Seelen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>aus dem Ungarischen von Andrea Ikker<a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/der_herrscher.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2350\" title=\"der_herrscher\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/der_herrscher.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"246\" \/><\/a><br \/>\nKlett-Cotta, 2008<br \/>\nISBN: 978-3-608-93768-8<br \/>\nOriginaltitel: A k\u00fcnde<br \/>\nBezug: Buchhandel<\/em><\/p>\n<p>10. Jahrhundert: Die Schlacht auf dem Lechfeld ist vorbei. Papst Johannes XII. unterbreitet den heidnischen pannonischen St\u00e4mmen ein Friedens- und Missionsangebot. Mit der verbalen Botschaft wird M\u00f6nch Stephanus von Pannonien aus dem Benediktinerkloster St. Gallen betraut.<br \/>\nDer Roman beginnt im Jahr 973, als Alberich, der junge Sch\u00fcler des verschollenen \u2013 und den M\u00e4rtyrertod gestorbenen Stephanus &#8211; eine Legende zu dessen Heiligsprechung verfassen soll. Doch schon bald erkennt er, dass sich alles ganz anders zugetragen hat, dass Stephanus ganz in der N\u00e4he des Klosters als Einsiedler lebt.<br \/>\nDie Handlung des spannenden historischen Romans ist in drei Erz\u00e4hlstr\u00e4nge eingeflochten: Die offizielle Legende des Stephanus, die Alberich verfasst, die Erz\u00e4hlung von Stephanus selbst und die \u201eMitschrift\u201c Alberichs, der aber ganz nach Gutd\u00fcnken hier und da etwas weg l\u00e4sst oder hinzu dichtet \u2013 und au\u00dferdem seine eigenen \u00dcberlegungen mit einflie\u00dfen l\u00e4sst:<br \/>\n963 schickt Abt Virgil von Aquilea seinen Ordensbruder und langj\u00e4hrigen Scriptor mit diesem Friedensangebot auf die Reise. Er gibt ihm, den er nie mochte und der ihm immer im Weg war, das Medaillon eines geheimnisvollen Vogels, dem Turul, mit. Stephanus wird bald \u00fcberfallen , aus ihm brechen Worte einer Sprache hervor, derer er sich vorher nie bewusst gewesen war. Er war als kleines Kind und Waise ins Kloster gekommen. Seine Herkunft kannte er nicht. Anhand des Turul-Medaillons, das in der Mythologie eine gro\u00dfe Rolle spielt, der ungarischen Worte \u2013 und dass er erstaunlich gut reiten kann, vermuten die Tyrcen (oder Ungarn), dass er der Sohn des einst von den Bayern heimt\u00fcckisch ermordeten geistlichen F\u00fchrers Kende Kursz\u00e1n sei. Gyula \u00c1rp\u00e1d, der weltliche F\u00fchrer entkommt. Von dieser Zeit an (seit 904) hat das Volk der Ungarn nur noch einen F\u00fchrer.<br \/>\nStephanus wei\u00df nicht, was er davon halten soll: Mal lehnt er diese Vorstellung als Zumutung ab, ist er doch ein Christ und Benediktinerm\u00f6nch, mal gef\u00e4llt er sich auch in dieser Doppelrolle, \u201esein\u201c Volk zu f\u00fchren und zu einigen. Er erf\u00e4hrt, dass die Verschw\u00f6rung von \u00c1rp\u00e1d angezettelt worden war, da dieser allein herrschen wollte. Die Bajuwaren hatten zur Sicherung des Waffenstillstandes die Kinder von Gyula \u00c1rp\u00e1d und von Kende Kursz\u00e1n als Geiseln verlangt. Doch auch das 2. Kind, Tas ist ein Sohn Kursz\u00e1ns. Die Ungarn glaubten, die Knaben, Csaba und Tas seien auch get\u00f6tet worden, doch die Bajuwaren verschleppen beide in getrennte Kl\u00f6ster.<br \/>\nSchlie\u00dflich soll sich Stephanus\u2013Csaba mit dem jungen F\u00fcrsten G\u00e9za treffen. Dieser h\u00e4tte ihn gern als Berater. Doch Verrat und Intrigen ziehen sich \u00fcber ihm zusammen. Um den Stammesf\u00fchrern nicht im Wege zu sein, beschlie\u00dfen diese seine Ermordung. Stephanus muss fliehen. Er sehnt sich nur noch nach dem Frieden seines Klosters. (Inzwischen war ein neuer Papst geweiht worden; seine Mission sowieso \u00fcberfl\u00fcssig). Doch Abt Virgil will den unbequemen Mitbruder nicht mehr im Kloster haben und verbannt ihn in den Wald.<br \/>\nAlberich entdeckt die Ungereimtheiten zwischen Virgil und Stephanus, doch noch bevor er alles \u00f6ffentlich machen kann, sterben beide.<br \/>\nH\u00e1sz schreibt mitrei\u00dfend und voll Sachkenntnis. Sagen, Legenden und Historie verflechten sich zu einem Epos \u00fcber die Ungarn zur Zeit des Umbruchs. Er schildert spannend das Hin- und Her der V\u00f6lker in West und Ost, das Ringen um die Ungarn von Byzanz und Rom aus, um Einfluss und Macht in der damals bekannten Welt.<br \/>\nAm Ende des Buches ist zum besseren \u00dcberblick eine Zeittafel angef\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>aus dem Ungarischen von Andrea Ikker Klett-Cotta, 2008 ISBN: 978-3-608-93768-8 Originaltitel: A k\u00fcnde Bezug: Buchhandel 10. Jahrhundert: Die Schlacht auf dem Lechfeld ist vorbei. 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