{"id":454,"date":"2011-10-02T19:03:42","date_gmt":"2011-10-02T19:03:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=454"},"modified":"2013-12-05T08:08:53","modified_gmt":"2013-12-05T08:08:53","slug":"rezension-imre-kertesz-liquidation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=454","title":{"rendered":"Rezension: Kert\u00e9sz, Imre &#8211; &#8222;Liquidation&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Roman<\/em><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/liquidation.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2368\" title=\"liquidation\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/liquidation.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"233\" \/><\/a><br \/>\n<em>Aus dem Ungarischen von L\u00e1szl\u00f3 Kornitzer &amp; Ingrid Kr\u00fcger<\/em><br \/>\n<em>Verlag: Rowohlt, 2003<\/em><br \/>\n<em>ISBN: 978-3-499-24156-7<\/em><br \/>\n<em>Originaltitel: Felsz\u00e1mol\u00e1s, 2003<\/em><br \/>\n<em>Bezug: Buchhandel<\/em><\/p>\n<p>Mit dem folgenden Roman schlie\u00dft sich der Kreis der \u201e\u00dcberlebensromane\u201c:<br \/>\n\u201eLiquidation! kn\u00fcpft an \u201eRoman eines Schicksallosen\u201c an: 40 Jahre sind vergangen, Zeit der Wende: Nachgr\u00fcbeln und Verzweiflung stehen im Vordergrund. Kert\u00e9sz sagt selbst \u00fcber seinen Protagonisten:<br \/>\n\u201e Der Hauptdarsteller liquidiert sich selbst und die anderen liquidieren ihre Vergangenheit, liquidieren ihr Leben. Sie liquidieren alles in diesem Moment 1990, wo die Wende kam \u2013 traumatisch\u201c.<br \/>\nB\u00e9., Schriftsteller, \u00dcbersetzer der Werke von Th. Bernhard und P. Weiss bringt sich 1990 in einer elenden Eineinhalbzimmerwohnung um. Zwei Frauen trauern um ihn: Seine geschiedene Ehefrau, seine gro\u00dfe Liebe \u2013 und seine letzte Geliebte.<br \/>\nB\u00e9. hinterl\u00e4sst ein Theaterst\u00fcck mit dem Titel: \u201eLiquidation\u201c.<br \/>\nNeun Jahre sp\u00e4ter steht Keser\u0171, Verlagsdirektor und Freund des Verstorbenen, am Wendepunkt seines Lebens: Die Prophezeiungen, die B\u00e9. vor seiner Tat beschrieben hatte, treffen ein: Sein eigener Selbstmord, die Aufl\u00f6sung (Liquidation) des Verlages usw. Doch die Vorlage des St\u00fcckes endet hier; Keser\u0171 lebt und wei\u00df nicht mehr weiter. Zudem forscht er nach einem verschollenen Roman seines Freundes; denn er glaubt, ohne ein Werk f\u00fcr die Nachwelt k\u00f6nne ein Schriftsteller unm\u00f6glich sterben.<br \/>\nDer Roman ist eine gro\u00dfe R\u00fcckblende, aus Erinnerungen und Zitaten aus Kert\u00e9sz\u2019 eigenen Werken, die miteinander verflochten sind. Sie zeigen, dass es verschiedene M\u00f6glichkeiten gibt, mit den Erfahrungen eines Auschwitz-\u00dcberlebenden umzugehen.<br \/>\nEntweder mit dem Selbstmord des \u00dcberlebenden. B\u00e9 hat diesen Weg gew\u00e4hlt; denn der Sinn seines \u00dcberlebens bestand f\u00fcr ihn darin, sich gegen das ungarische sozialistische Regime zu wehren, was mit der Wende \u00fcberfl\u00fcssig geworden ist.<br \/>\nRatlosigkeit ist eine andere M\u00f6glichkeit. Keser\u0171 ertr\u00e4gt die Freiheit nicht, er klammert sich an das Theaterst\u00fcck, an das, was ihm gesagt wird. Und als er alleine, ohne Vorgaben weiter machen muss, holt ihn die Wirklichkeit ein.<br \/>\nOder ein Neubeginn: B\u00e9\u2019s. geschiedene Frau Judit beginnt ein neues Leben mit einem neuen Mann, Adam. Sie will das Verm\u00e4chtnis und die Erinnerung der Zeitzeugen bewahren, und trotzdem ihren eigenen Weg gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roman Aus dem Ungarischen von L\u00e1szl\u00f3 Kornitzer &amp; Ingrid Kr\u00fcger Verlag: Rowohlt, 2003 ISBN: 978-3-499-24156-7 Originaltitel: Felsz\u00e1mol\u00e1s, 2003 Bezug: Buchhandel Mit dem folgenden Roman schlie\u00dft sich der Kreis der \u201e\u00dcberlebensromane\u201c: \u201eLiquidation! kn\u00fcpft an \u201eRoman eines Schicksallosen\u201c an: 40 Jahre sind &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=454\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[160],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=454"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3473,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions\/3473"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}