{"id":3825,"date":"2015-02-01T18:21:43","date_gmt":"2015-02-01T18:21:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3825"},"modified":"2015-02-01T18:21:43","modified_gmt":"2015-02-01T18:21:43","slug":"rezension-borbely-szilard-die-mittellosen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3825","title":{"rendered":"Rezension: Borb\u00e9ly, Szil\u00e1rd &#8211; &#8222;Die Mittellosen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/die_mittellosen1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3827\" title=\"die_mittellosen\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/die_mittellosen1.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"250\" \/><\/a><em>Ist der Messias schon weg?<br \/>\nRoman<br \/>\nAus dem Ungarischen von Heike Fleming &amp; Lacy Kornitzer<br \/>\nVerlag: Suhrkamp, Berlin<br \/>\nISBN: 978-3-518-42450-6<br \/>\nOriginaltitel: Nincstelenek, 2013<br \/>\nBezug: Preis: 24,95 Euro<\/em><\/p>\n<p>Ein bedr\u00fcckendes Buch, grandios geschrieben, welches den Leser atemlos zur\u00fcck l\u00e4sst: Im \u201ehintersten\u201c Dorf von Ungarn, im Dreieck zu Rum\u00e4nien und der Ukraine spielen sich die \u201eautobiografisch grundierten\u201c Erinnerungen des Ich-Erz\u00e4hlers ab, eines Kindes, das die Grausamkeiten, das Schweigen, die Anfeindungen gegen\u00fcber seiner Familie und gegen sich selbst traumatisch erlebt hat.<br \/>\nIn pr\u00e4gnanten, lakonischen S\u00e4tzen und starken Bildern l\u00e4sst der Autor Angst und Schrecknisse seiner Kindheit wieder aufleben, die ihn damals so verst\u00f6rt haben; er erinnert er sich an das erb\u00e4rmliche Leben, an seine unbeantworteten Fragen, an sein Ausgeliefertsein an Eltern, Lehrer und das Dorf. Es sind nicht nur seine eigenen Erinnerungen, sondern auch die seiner Eltern.<br \/>\n\u201eIch komme von ganz unten\u201c hei\u00dft ein Essay der Erinnerung an ihn im Anhang. Ja, er kommt aus einer ganz armen Familie, die nirgends richtig dazu geh\u00f6rt, die sich aber auch nicht anpassen will. Sie seien keine \u201erichtigen\u201c Ungarn, befindet die alteingesessene Dorfgemeinschaft, geh\u00f6ren der katholisch-griechischen Glaubensgemeinschaft an, sein Vater ist vielleicht sogar der uneheliche Sohn eines Juden.<br \/>\nImmer wieder sieht sich der Ich-Erz\u00e4hler \u2013 im Alter zwischen sechs und zehn Jahren \u2013 gehen: weite \u2013 zu weite \u2013 Strecken f\u00fcr ein kleines Kind &#8211; mit der Mutter, mit dem Vater, seiner Tante M\u00e1li, dem Gro\u00dfvater. Einsamkeit trennt sie und Schweigen. In Primzahlengr\u00f6\u00dfe sind sie voneinander entfernt, finden nicht zueinander. Gehen und schweigen, haupts\u00e4chlich mit seiner jungen Mutter. 23 Jahre \u00e4lter als er \u2013 und \u201e23 ist eine Primzahl, unteilbar, h\u00f6chstens durch sich selbst\u201c. Z\u00e4hlen kann das Kind schon, aber die Zahlen, die es liebt, das sind die unteilbaren; sie geh\u00f6ren sich selbst. Auch die Einsamkeit ist unteilbar; sie steht zwischen den Menschen, auch zwischen seiner Mutter und ihm. Das Kind z\u00e4hlt viel, auch um sich abzulenken: Schritte, Telegrafenmasten, B\u00e4ume, Hunde, Fenster, Bl\u00fctenbl\u00e4tter. \u201eIch z\u00e4hle alles, was man nur z\u00e4hlen kann.\u201c Das Z\u00e4hlen l\u00e4sst manchmal den Hunger vergessen und die K\u00e4lte, lenkt ab von der schweren Arbeit, die er bereits leisten muss, das mitleidlose aber notwendige T\u00f6ten von Tieren \u2013 eine Aufgabe, die den M\u00e4nnern vorbehalten ist, also auch ihm, dem kleinen Jungen. Das Kind ist der Knecht, wie es in einem Essay des Autors im Anhang hei\u00dft; es muss schweigen und arbeiten. Fragen werden grunds\u00e4tzlich nicht beantwortet; Sexualit\u00e4t lernen die Kinder von den Tieren \u2013 und den schl\u00fcpfrigen Witzen der Erwachsenen. Die Eltern sagen nichts, behaupten immer noch, der Storch br\u00e4chte die Kinder.<br \/>\nZur Familie geh\u00f6rt noch die \u00e4ltere Schwester und der kleine Bruder, der, kaum eineinhalb Jahre alt, schon sterben muss. Mit den \u00fcbrigen Verwandten haben sie kaum Kontakt. Manchmal mit der Schwester des Vaters, manchmal mit den Gro\u00dfeltern.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfeltern v\u00e4terlicherseits waren Bauern. Kulaken werden sie in den 70er Jahren des kommunistischen Ungarn immer noch genannt. Die meisten der enteigneten Bauern sind aus dem Dorf weggezogen. \u201eLeid tat es niemandem, man musste ihnen nicht l\u00e4nger in die Augen sehen.\u201c Jetzt sind die Tagl\u00f6hner die Herren, doch sie verstehen nichts vom Bauer-sein, so der Gro\u00dfvater. Die Eltern der Mutter waren nie Bauern. Das betont sie immer wieder \u2013 und sieht ver\u00e4chtlich auf das Dorf herab, was auf Gegenseitigkeit beruht. Sie pr\u00e4gt ihren Kindern ein, dass man sie als Fremde hasst, dass sie aufpassen m\u00fcssen, mit wem sie sprechen und spielen. Am sichersten sei es, zu schweigen. Nur auf die Frage, wer sie seien, m\u00fcssten sie antworten: \u201eWir sind Ungarn\u201c. Beide Familien kommen urspr\u00fcnglich aus Rum\u00e4nien. Vielleicht waren sie auch Huzulen oder Ruthenen, die, zwangsmagyarisiert, ihrem orthodoxen Glauben abschw\u00f6ren mussten. An Ostern d\u00fcrfen sie die reformierte Kirche nicht betreten: Ihr seid rum\u00e4nische Zugereiste, sagen die D\u00f6rfler.<br \/>\nDie Mutter m\u00f6chte weg, weg aus dem schlammigen schmutzigen Dorf mit seinen engstirnigen, brutalen, rohen Menschen und den archaischen Traditionen, in denen die Familie ihren Platz nicht finden kann. Das t\u00e4gliche Leben spielt sich in einem einzigen Raum ab: \u201eAm K\u00fcchentisch passiert alles. Unser ganzes verdammtes Leben. \u2013 Dort essen wir, dort macht meine Mutter die W\u00e4sche. Dort knetet sie den Teig, und dort rupft sie das Huhn. Dort machen wir unsere Hausaufgaben\u2026\u201c. Der raue Umgangston und das schwere Leben f\u00e4rben ab: Auch die Mutter, deren Vater Ausbilder im Milit\u00e4r war, ist launisch, abweisend und wenig herzlich. Haupts\u00e4chlich ist sie aber \u00fcberm\u00fcdet, \u00fcberarbeitet und bettelarm. Sie schl\u00e4gt die Kinder h\u00e4ufig mit dem nassen, stinkenden Putzlappen, voll Ungeduld und Ohnmacht. Tiere liebt sie, gegen Bettler ist sie gro\u00dfz\u00fcgig, soweit sie das sein kann. Immer wieder droht sie, schwankend zwischen Hysterie und Depressionen, sich umzubringen. Die beiden Geschwister versuchen sie vorm Selbstmord abzuhalten, h\u00e4ngen sich an sie, schluchzen und betteln, bewachen sie abwechselnd in der Nacht.<br \/>\nDie ganze Familie hungert und friert, lebt am Rande des Existenzminimums. Wenn im fr\u00fchen Fr\u00fchjahr alles aufgegessen ist, was sie geerntet hatten, m\u00fcssen die Kinder hungern: Die Mutter sagt nur: \u201eEsst, was ihr findet. \u2013 Doch wir finden nichts\u201c. H\u00f6chstens Speck mit Maisbrei oder Schmalzbrot.<br \/>\nSchon fr\u00fch ekelt es das Kind vor dem ewigen Dreck, vorm Ausmisten des H\u00fchnerstalls, was ihm, dem Mittleren, obliegt. Er muss die Sachen seiner \u00e4lteren Schwester tragen \u2013 wof\u00fcr er sie hasst \u2013 ein Junge in M\u00e4dchenkleidung. Die Fu\u00dflappen kann er sich noch kaum richtig um die F\u00fc\u00dfe wickeln, doch keiner hilft ihm. Wenn er aber zusehen kann, wie seine kalten Fingerspitzen in den von Raureif \u00fcberzogenen Maschendraht sto\u00dfen \u2013 und alles wie durch Zauber zerf\u00e4llt, dann tr\u00e4umt er und vergisst das Elend,<br \/>\nDer Vater ist technisch geschickt und Lastwagenfahrer bei der LPG. Da die Partei ihm aber eine bezahlte Arbeit vorenth\u00e4lt, weil sie ihn nicht zur Dorfgemeinschaft z\u00e4hlt, wird er zum Trinker und Raufbold, der sich mit den M\u00e4nnern des Dorfes in der Kneipe trifft, obwohl jeder wei\u00df \u2013 und es auch irgendwie akzeptiert \u2013 dass der Kneipenwirt ein Spitzel ist. Dann wird der Vater aus dem Dorf verdr\u00e4ngt, von den Geschwistern ums Erbe gebracht. Warum? Er ist schw\u00e4cher als sie, man munkelt, er sei der uneheliche Sohn des alten Juden und geh\u00f6re nicht zur Familie. Au\u00dferdem hat er eine Fremde geheiratet. Obwohl beide Familien aus Rum\u00e4nien zugewandert sind. Vielleicht be\u00e4ugen sie sich deshalb umso misstrauischer.<br \/>\nDas Gesetz des Dorfes ist St\u00e4rke. Wer die nicht zeigt, hat gleich verloren. Schon den Dorfkindern werden Furcht und Albtr\u00e4ume ausgetrieben, indem man \u2013 w\u00e4hrend sie einschlafen \u2013 neben ihnen eine Katze langsam t\u00f6tet. So erz\u00e4hlen es die Eltern.<br \/>\nDie gesamte Atmosph\u00e4re im abgeschiedenen Dorf ist voll Misstrauen, Verd\u00e4chtigungen und Angst. Man verachtet die \u201eHerren\u201c \u2013 das sind alle au\u00dfer ihnen, den Bauern. Die M\u00e4nner haben Angst \u2013 darum gehen sie in die Kneipe und trinken; das vertreibt die Angst ein wenig und die Einsamkeit, die sie nicht ertragen k\u00f6nnen.<br \/>\nFr\u00fcher war der Jude M\u00f3zsi der Kneipenwirt gewesen \u2013 bevor man ihn weggebracht hatte, zusammen mit seiner Frau, der Schwiegertochter und den beiden sch\u00f6nen Kindern. M\u00f3zsi ist allein zur\u00fcck gekommen, gebrochen. Sein Hab und Gut hat das ganze Dorf schon unter sich aufgeteilt, kaum war die Familie deportiert worden.<br \/>\nUnd dann gibt es noch den \u201eMessias\u201c, einen schwachsinnigen, immer freundlichen Zigeuner, den man die leichtere Drecksarbeit machen l\u00e4sst, z. B. die Plumpsklos leeren, zweimal im Jahr. Im \u00dcbrigen wird er geh\u00e4nselt, doch er reagiert nicht, zieht sich nur traurig zur\u00fcck.<br \/>\nAbwechslung bringen die traditionellen Begr\u00e4bnisse: Die Dorfbewohner genie\u00dfen das Ritual, noch wochenlang sprechen sie dar\u00fcber wie sich die M\u00e4nner auf den Schnaps und auf die Krautwickel freuten, wie die trauernden Frauen sich wie Rasende am Grab geb\u00e4rdeten. Ein Schauspiel f\u00fcr alle: \u201eDas Dorf bewahrt jede Erinnerung auf\u201c.<br \/>\nEs sind verschiedene Assoziationen, welche die m\u00e4andernden Erinnerungen hervorrufen. Manchmal erz\u00e4hlt die Mutter, manchmal liest sie aus der Bibel vor, manchmal aus einem Buch mit eckigen Buchstaben, doch meistens schweigt sie. Die Kinder haben zu gehorchen und zu schweigen. Schweigen m\u00fcssen nicht nur die Kinder, sondern auch die Frauen, vor allem Mutter, weil sie nicht zur Familie geh\u00f6rt. \u00dcberall werden sie und Vater \u00fcbers Ohr gehauen, k\u00f6nnen sich nicht verteidigen, weil sie Opfer sind, zu Opfern gemacht wurden \u2013 und das auch zugelassen haben. Borb\u00e9ly erinnert sich, dass er wochenlang im Bett liegt und nicht sprechen kann, obwohl er nicht erk\u00e4ltet ist. (Eine fr\u00fche Depression, wie er in einem sp\u00e4teren Interview sagt.)<br \/>\nDie Mutter ermahnt ihren Sohn: Wir sind keine Bauern \u2013 du wirst nie ihr Freund sein \u2013 spiel\u2018 nicht mit ihnen, nimm nichts von ihnen und gib ihnen nichts. Die Bauern sind geizig, bewegen sich nicht, sterben dort wo sie geboren sind. \u2026<br \/>\nDer Junge hat Angst, wenn man von den Juden redet, erstickt fast, hat Ohrensausen und Angst, man k\u00f6nnte ihm seine Furcht anmerken. Das Wort Jude ist voller Drohungen. Die Juden herunterzumachen und zu dem\u00fctigen ist auch in den 70er Jahren im Dorf gang und g\u00e4be. Die Kinder versuchen einander zu \u00fcbertreffen mit ihren dem\u00fctigenden Beschimpfungen auf die Juden \u2013 und auf den Erz\u00e4hler. Als schw\u00e4chstes Mitglied wird er von ihnen zum Juden gemacht, geschlagen und beschimpft.<br \/>\n\u201eWeil f\u00fcr sie jeder ein Jude ist, der nicht dort stirbt, wo er geboren wurde\u201c, sagt die Mutter. \u201eSie sp\u00fcren, dass der, der weggehen wird, anders ist. Sie riechen bei dem, der nicht so ist wie sie, den Fremdengeruch. Sie k\u00f6nnen nur Ihresgleichen ertragen. Wer weggeht ist ein Verr\u00e4ter. Auch wer anders ist. Und wer anders sein will. Sie halten jeden f\u00fcr einen Juden, der seinen Verstand gebraucht\u2026.\u201c. \u201eJude\u201c ist die Metapher f\u00fcr das Fremde, den Nicht-Ungarn, f\u00fcr denjenigen, der kein \u201erichtiger Ungar\u201c ist.<br \/>\nAls seine Geschwister den Vater im Nachlassverfahren nach Gro\u00dfvaters Tod leer ausgehen lassen und ihn als Juden verleugnen, zerbricht etwas im Vater: Am Abend feiern sie Schabbes (Sabbat), der Vater mit dem Hut auf dem Kopf, wie die Juden, er spricht die Segensgebete, die ihm noch nicht so recht \u00fcber die Lippen gehen.<br \/>\n1973 k\u00f6nnen sie endlich aus dem Dorf wegziehen.<br \/>\nUnbedingt erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich die kongeniale \u00dcbersetzung von Heike Flemming und Lacy Kornitzer, welche \u201edas Ungarische\u201c des Romans so richtig zur Geltung bringt.<\/p>\n<p>Im Anhang, im Essay \u201eVerlorene Sprache\u201c spricht Borb\u00e9ly dar\u00fcber, wie seine Eltern 1999 \u00fcberfallen und die Mutter von den Raubm\u00f6rdern umgebracht wurde. Der Vater \u00fcberlebte zwar, starb jedoch nach sechs Jahren Einsamkeit. Alles erscheint dem Sohn so sinnlos: Er hatte weder Gelegenheit noch Mut gehabt, das Schweigen aufzubrechen und die Eltern zu befragen. Zwar hatte er es geschafft, dem Dorf zu entkommen, aber um den Preis des Verrats. So zumindest empfindet er es. Mit seinem Weggehen entfremdete er sich nicht nur seiner Umgebung, sondern auch seinen Eltern. Eigentlich hatte er erwartet, nach so langer Zeit \u00fcber die Schrecken seiner Kindheit hinweggekommen zu sein; doch beim Schreiben des Romans steht diese Zeit wieder grausam-frisch vor ihm; denn der Roman ist auch ein Spiegelbild Ungarns, welches sich bis heute zeigt: \u201eDie ungarische Kultur und Mentalit\u00e4t ist voller verschwiegener Dinge, birgt zahlreiche nichtgestellte Fragen. \u2026 In der heutigen ungarischen Bev\u00f6lkerung lebt es als Trauma von Generationen und Familien weiter, dass ein bedeutender Prozentsatz um den Preis der Magyarisierung, um den Preis des Verrats, der Leugnung der Herkunftsgemeinschaften, des Bruchs mit den sprachlichen und kulturellen Wurzeln von der herrschenden Nation aufgenommen wurde. Migranten sind immer argw\u00f6hnisch, misstrauisch, neidisch und gekr\u00e4nkt. Solidarit\u00e4t ist f\u00fcr sie Luxus\u2026. Das Dorf machte sich die Stadt gleich. Deshalb spricht die ungarische Gesellschaft auch heute die Sprache der Aggression, verehrt die St\u00e4rke, die Gendarmenohrfeige, die Kopfnuss, die Maulschelle.\u201c<br \/>\nAn diesen Essay schlie\u00dft sich die Erinnerung der \u00dcbersetzerin Heike Flemming an: \u201eIch komme von ganz unten\u201c. Erinnerung an Szil\u00e1rd Borb\u00e9ly. Beide kannten sich schon lange und sprachen viel miteinander: Schon 1989 hatte er auswandern wollen, blieb dann aber nach dem Systemwechsel. Doch im Laufe der Jahre f\u00fchlte er sich nicht mehr wohl in Ungarn, w\u00e4re 2013 gern in Wien geblieben.<br \/>\nBorb\u00e9ly war schon lange depressiv, ein Erbe seiner Mutter, verst\u00e4rkt durch die Traumata seiner Kindheit. Er sei verzweifelt an Ungarn, an der restriktiven Politik \u2013 und habe allm\u00e4hlich die Hoffnung aufgegeben, dass Ungarn ein normales demokratisches Land werden k\u00f6nne, schreibt Heike Flemming. Am 19. Februar 2014 w\u00e4hlte er den Freitod.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist der Messias schon weg? Roman Aus dem Ungarischen von Heike Fleming &amp; Lacy Kornitzer Verlag: Suhrkamp, Berlin ISBN: 978-3-518-42450-6 Originaltitel: Nincstelenek, 2013 Bezug: Preis: 24,95 Euro Ein bedr\u00fcckendes Buch, grandios geschrieben, welches den Leser atemlos zur\u00fcck l\u00e4sst: Im \u201ehintersten\u201c &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3825\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[319],"tags":[],"class_list":["post-3825","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-borbely-szilard-die-mittellosen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3825"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3828,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3825\/revisions\/3828"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}