{"id":3700,"date":"2014-08-20T07:07:27","date_gmt":"2014-08-20T07:07:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3700"},"modified":"2014-08-20T07:09:02","modified_gmt":"2014-08-20T07:09:02","slug":"rezension-vegel-laszlo-suhne-texte-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3700","title":{"rendered":"Rezension: V\u00e9gel, L\u00e1szl\u00f3 &#8222;S\u00fchne. Texte unterwegs&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/su\u0308hne.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-3701\" title=\"su\u0308hne\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/su\u0308hne.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"232\" \/><\/a><em>Essays<br \/>\nAus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer<br \/>\nVerlag: Matthes &amp; Seitz, Berlin, 2012<br \/>\nISBN: 978-3-88221-599-1<br \/>\nOriginaltitel: die ungarische Ausgabe ist in Vorbereitung<br \/>\nBezug: Buchhandel; Preis: 17,90 Euro<\/em><\/p>\n<p>Immer wieder zieht es den Schriftsteller der ungarischen Minderheit aus der Vojvodina \/ Serbien nach Berlin. Seit seiner Kindheit versucht er, das Wesen der nicht mehr vorhandenen Deutschen in seiner Heimat zu ergr\u00fcnden; zun\u00e4chst voll Abscheu gegen\u00fcber diesen \u201eTeufeln\u201c, die, wie es in den Schulb\u00fcchern steht, zu Recht von den Partisanen niedergemacht und aus ihren H\u00e4usern vertrieben worden waren. Sp\u00e4ter fragt er sich nachdenklich, was denn das Geheimnis der Deutschen ausmache und erinnert sich an eine Begebenheit, die er in seiner Kindheit geh\u00f6rt hatte: Wie ein deutscher Oberst, der Hitler zwar verabscheute, trotzdem loyal war. Er wollte sich nicht als Geisel der Partisanen benutzen lassen und st\u00fcrzte sich selbstm\u00f6rderisch in eine Schlucht. Eine Frage der Ehre und eine der Fragen, die sich V\u00e9gel seit damals stellt, wenn er das Wesen der Deutschen ergr\u00fcnden will: Was ist ihre Ehre? Begierig nahm er alles auf, was von Deutschland erz\u00e4hlt wurde: Von den heimkehrenden Gastarbeitern in den 60er Jahren, die Wunderdinge berichteten, aber keinerlei Umgang mit den Deutschen hatten; das Feindbild existierte auf beiden Seiten: Hier die Bestien, welche von den Partisanen in der Heimat vernichtet worden waren \u2013 dort die Kommunisten, vor denen man sich in Acht nehmen musste, da sie die ganze Welt mit ihrer Ideologie einnehmen wollten. \u201eAlle kritisierten die Deutschen und machten ihnen doch alles nach. Wenn von ihnen die Rede war, r\u00fcmpften auch die Gastarbeiter die Nase und murmelten vor sich hin, allenfalls gaben sie manchmal unwillig zu, dass sie den Deutschen bei der Arbeit zwar begegneten, sie auf der Stra\u00dfe, auch in den Kaufh\u00e4usern sahen, sich aber nicht mit ihnen anfreundeten\u201c.<br \/>\nGern w\u00e4re der junge V\u00e9gel auch einmal ausgereist, um alles mit eigenen Augen zu sehen, doch das blieb ihm als Mitglied der ungarischen Minderheit verwehrt. Erst sp\u00e4t konnte er reisen. Vier der f\u00fcnf Essays des schmalen B\u00e4ndchens sind lose mit seinen Berlinbesuchen verbunden. Es sind \u201eTexte unterwegs\u201c \u2013 ein Reise-, Fahrten und Erinnerungsbuch. 1986 war er zum ersten Mal in West-Berlin und stand fassungslos vor der Mauer. Dort erinnerte sich der Wanderer durch die Stadt an seine Kindheit, sein Verh\u00e4ltnis zum Jugoslawischen Staat, an seine kindliche und jugendliche Begeisterung f\u00fcr Tito, dessen System ihm, dem Kind aus bescheidenen Verh\u00e4ltnissen, einen guten Schulbesuch und ein Studium erm\u00f6glicht hatte.<br \/>\nDoch meist gr\u00fcbelt er dar\u00fcber nach, wie es denn sein kann, dass die Menschen in seinem Heimatland noch immer so starrsinnig an ihrer Heldenverehrung fest halten, ihre Erinnerung einerseits so r\u00fcckw\u00e4rts gewandt ist und sie sich gleichzeitig so wenig nach der Vergangenheit und der realen Geschichte ihres Landes fragen. Niemals seien sie bereit ihre Geschichte aufzuarbeiten, ihre Toten zu begraben und ihrer zu gedenken; die werden totgeschwiegen. Das gilt nicht nur f\u00fcr Ex-Jugoslawien, bzw. Serbien, das gilt auch f\u00fcr die anderen ostmitteleurop\u00e4ischen L\u00e4nder. Aber an seiner Heimat Serbien-Vojvodina macht V\u00e9gel diese Beobachtungen fest.<br \/>\nSchon in seinem, in den 60er Jahren in Jugoslawien erschienenen Roman \u201eBekenntnisse eines Zuh\u00e4lters\u201c, der in Deutschland erst 2011 erschien, erfahren wir von den total desillusionierten jungen Leuten in der Vojvodina, die dem Staat nichts mehr glauben; 2007 wurde auf Deutsch sein Roman \u201eExterritorium\u201c publiziert, der sich mit dem Jugoslawienkrieg und den Friedensverhandlungen besch\u00e4ftigt, mit dem unruhigen und eingeengten Leben der ungarischen Minderheit. Auch darin setzte er sich mit der verdr\u00e4ngten Vergangenheit auseinander, mit den Morden der Partisanen an Ungarn und Deutschen, wor\u00fcber nie gesprochen wurde \u2013 auch nicht in der engsten Familie. \u00c4ngstlich schwiegen alle und kl\u00e4rten auch die Kinder nicht auf, nicht mal \u00fcber die Morde in der eigenen Minderheit.<br \/>\nIn seinen Essays greift V\u00e9gel die ganze Problematik noch einmal auf: Diese ganze vergiftete Geschichte sitzt noch immer versteckt aber hautnah unter der Oberfl\u00e4che und beeinflusst bis heute das Leben. Auch der Autor hat keine Antworten auf seine Fragen. Vielleicht kann die Geschichte der Zukunft sie beantworten.<br \/>\nEin weiterer Fragekomplex schlie\u00dft sich an, warum denn der Osteurop\u00e4er so von Minderwertigkeitskomplexen besetzt sei. (Meine pers\u00f6nliche Erfahrung dazu: Minderwertigkeitskomplexe ja, gleichzeitig gepaart mit einer unangenehmen \u00dcberheblichkeit, die stets darauf hinaus l\u00e4uft, dass man ihn, den Osteurop\u00e4er doch nie verst\u00fcnde.) Auch V\u00e9gel klagt, dass der Westler sich erst gar nicht die M\u00fche mache, hinter die Geschichte zu sehen, dass er abwinke, weil er die Historie &#8211; das sei aber nur die Oberfl\u00e4che \u2013 zu kennen glaube. (Ja, liebe Ostmitteleurop\u00e4er: Wenn man denn Eure Geschichte mal endlich kennen lernen k\u00f6nnte, so wie sie wirklich war: Fakten, auch die unangenehmen und schrecklichen, dann k\u00f6nnte sich auch der interessierte Westler damit auseinandersetzen. Denn das Wissen dar\u00fcber ist immens wichtig und unbedingt wissenswert im zusammenwachsenden Europa.) Aber auch Westeuropa und Amerika haben ihre Geschichte nicht wirklich aufgearbeitet, was den ehemaligen Ostblock betrifft. Sie haben diese L\u00e4nder den Sowjets einfach \u201ezum Fra\u00df\u201c vorgeworfen, sie im Stich gelassen. Jetzt m\u00fcssen diese die Folgen allein ausbaden.<br \/>\nV\u00e9gel hatte einen Traum von Europa, gen\u00e4hrt durch seine eigene europ\u00e4ische Bibliothek, die ihm ein kulturelles und freies Europa suggerierte. Aber in Berlin begreift der neugierig Reisende, dass er nicht willkommen ist, dass sich der Westen vor ihm verschlie\u00dft: er spricht nicht die Sprachen der gro\u00dfen Nationen, kommt aus einem Randgebiet Europas, ist ein Stiefkind, ein Bastard, wie er es nennt. Nur in den heruntergekommenen Stadtteilen h\u00f6rt er vertraute Laute: Hier leben die Gastarbeiter, nicht nur die aus Ostmitteleuropa, europ\u00e4ische Sklaven, die davon tr\u00e4umen, mit ihrem Ersparten sich in der Heimat einen \u201eGarten Eden\u201c kaufen zu k\u00f6nnen. \u201eHier im Westen, in der Wiege des Individualismus, wird deine Pers\u00f6nlichkeit wie die Wurst an der Imbissbude verzehrt. Lass alle Illusion fahren; jahrzehntelang tr\u00e4umtest du im Barbaricum, das sich von allem isolierte, von deinem eigenen Europa, hegtest sorgsam deine Illusionen, weil du nicht den Mut hattest, auszubrechen.\u201c Er hatte von sich gedacht, er sei ein tapferer Oppositioneller \u2013 jetzt d\u00e4mmert ihm, dass er einfach nicht weg wollte aus seiner Heimat, dass er nur ein Spielzeug war in den H\u00e4nden der Kommunisten. Er erkennt, wie sehr man ihn jenseits der Mauer jahrelang belogen hatte \u00fcber das Bild der westlichen Welt. Einerseits hat er sie idealisiert; sie stellte f\u00fcr ihn die Freiheit schlechthin dar \u2013 andererseits waren da die Feindbilder, die sich mit seinen Idealen einfach nicht decken wollten. Damals, bei seiner ersten Berlin-Reise, 1986, durfte er den Ostteil nicht betreten. Drei Jahre sp\u00e4ter erreichte ihn die Nachricht, die Mauer sei gefallen. F\u00fcr die Berliner Freunde begann und endete aber die gro\u00dfe Schande der Teilung allein an der Berliner Mauer. Das andere interessierte sie nicht: Die Teilung Europas stand nicht zur Debatte, sie wurde ignoriert. \u201eIn Europas Randgebieten sind die Mauern unbezwingbar. \u2026 Schon immer haben die Gro\u00dfen leichtfertig ihre unehelichen Kinder geopfert. \u2026..\u201c<br \/>\nTrotz der wirklich ernsten Problematik der Essays versteht es V\u00e9gel, launig und sarkastisch von seinen Reisen aus oder nach Berlin zu erz\u00e4hlen, die immer wieder in seine bohrenden Fragen m\u00fcnden \u2013 und gleichzeitig das Undisziplinierte und Wenig-Verl\u00e4ssliche seiner Landsleute, die Streitlust, aber auch die Einigkeit, wenn es um den guten Ruf geht, zu portr\u00e4tieren. Witzig erz\u00e4hlt er von einer Lesung mit anderen Schriftstellern aus Ex-Jugoslawien: Wie sie sich vor den Deutschen hatten keine Bl\u00f6\u00dfe geben und zusammenhalten wollen. Wie die jeweiligen Nationalit\u00e4ten gehofft hatten, dass zu ihrer Lesung wenigstens einige Landsleute zugegen sein w\u00fcrden. Doch au\u00dfer den Albanern, die in gro\u00dfer Zahl ihren Schriftsteller unterst\u00fctzt hatten, war z.B. kein einziger in Berlin lebender Ungar gekommen. Keinerlei Solidarit\u00e4t!<br \/>\nMit dem westlichen Europa war er in den 60er Jahren nur dann in Ber\u00fchrung gekommen, wenn er, wie seine Landsleute auch, nach Triest fuhr, um sich dort westlich einzukleiden. Mit bissiger Ironie schildert er diese Besuche, die Kniffe, die angewandt wurden, um durch den Zoll zu kommen, die gro\u00dfm\u00fctigen Z\u00f6llner, die wegschauten, den jugoslawischen Kellner, der eine Stelle in einem Triester Kaffeehaus ergattert hatte und nun den armen Landsmann hochm\u00fctig darauf hinweist, dass dieser sich einen solchen Besuch gar nicht leisten k\u00f6nne.<br \/>\nAls Tito 1980 starb, verharrte die Stadt Novi Sad in Schockstarre. Doch die ersehnte Freiheit kam nicht, die Minderheiten zogen den K\u00fcrzeren, ungebremster Nationalismus machte sich breit.<br \/>\n\u201eDas Schlimmste am Titoismus war, was nach ihm kam. Jene untr\u00f6stliche Menge, die in tiefe Trauer gefallen war und ihre Tr\u00e4nen wasserfallartig vergossen hatte, gedachte ein Jahrzehnt sp\u00e4ter mit ebenso tiefer Verachtung ihres einst geliebten F\u00fchrers. \u2026 Unser einstiger jugoslawischer Nationalismus wurde zu einem blutigen Eroberungskrieg ehemals gl\u00e4ubiger Kommunisten. Die Dichter \u2026 von einem Tag auf den anderen mutierten sie zu Oppositionellen\u2026.. Die Fahne nach dem Wind h\u00e4ngen, L\u00fcgen, Heuchelei, Umschreiben und F\u00e4lschen von Biografien in gro\u00dfem Stil \u2013 so nahm die mitteleurop\u00e4ische Demokratie ihren Anfang.\u201c Und noch immer wird die Wahrheit \u00fcber die Vergangenheit nicht ausgesprochen: V\u00e9gel erf\u00e4hrt von seiner Mutter erst kurz vor deren Tod, dass sein Vater als Ungar zur Zwangsarbeit eingeteilt war. \u201eMit jeder Generation beginnt in dieser Gegend die Geschichte neu, und sie wartet mit einer F\u00fclle unberechenbarer Metamorphosen, Interpretationen und irrationaler Wendungen auf. Nie kann man wissen, welches ihr wahres Gesicht ist. Weil keine authentische Historie existiert, wimmelt es von so vielen Historien in Mitteleuropa, vor allem auf dem Balkan. Weil keine Einigkeit \u00fcber die Geschichte existiert, muss man sie immer wieder neu erfinden. In Mitteleuropa wird ein Palimpsest der falschen Geschichte auf das n\u00e4chste \u00fcberschrieben. \u2026.\u201c<br \/>\nZu Beginn der 90er begann die Zeit der Wendeh\u00e4lse. Friedenskonferenzen wurden einberufen \u2013 Demokratie sollte gelehrt werden, doch die Massen interessierten sich nur daf\u00fcr, wann das Leben im Schlaraffenland endlich beginnen w\u00fcrde. Immer wieder reibt sich der Autor an den Widerspr\u00fcchen, an den Gesinnungswechseln. Scharf nimmt er die Wendigkeit der eigenen Minderheit ins Visier: Sie haben gejubelt, als Horthy einritt, sie schwenkten in vorderster Reihe die Fahne als Tito kam, wurden Parteisekret\u00e4re und die erwirkten, nach dem Bruch zwischen Tito und Stalin, auch als erste die Ausreisen ihrer Familienmitglieder nach Deutschland.<br \/>\nV\u00e9gel versteht es, in seinen m\u00e4andernden Texten immer wieder auf den Punkt zu kommen, so dass der Leser das Wesentliche und den Fortgang der Erz\u00e4hlung nie aus den Augen verliert. Auf verschlungenen Pfaden wird er in das Wesen der Balkanbewohner eingef\u00fchrt: Wie sie z.B. bei einem Flug im Gewitter alles besser wussten als der Pilot, wie sie bei einer Busfahrt nicht nur ihre gesamten Spezialit\u00e4ten mitnahmen \u2013in Deutschland kann es so etwas Gutes gar nicht geben. Und wie sie sich unglaublich schlau vorkamen, die \u00f6sterreichischen Z\u00f6llner \u00fcbers Ohr zu hauen und gewohnheitsm\u00e4\u00dfig noch immer mit gef\u00e4lschten P\u00e4ssen reisten. V\u00e9gel beschreibt die Fahrt so farbig und plastisch, dass man selbst im Bus mitf\u00e4hrt \u2013 und wer jemals in solch einem Fernbus, z. B. aus Rum\u00e4nien nach Deutschland gefahren ist, der wei\u00df, wie stimmig dieses ganze Bild ist.<br \/>\nJedes Detail der Reise, jede \u00dcberlegung seiner Unterwegs-Texte erinnern V\u00e9gel daran, wie auch die heutige Jugend in Ex-Jugoslawien nicht die geringste Ahnung von der vergangenen Geschichte hat: Studenten in einem deutschen Sprachkurs: Sie wussten nichts von der Geschichte, ihre Eltern hatten auch ihnen nichts erz\u00e4hlt. Er fragte sie, ob sie sich noch an Deutsche in ihren D\u00f6rfern erinnerten, ob sie in der Schule von ihnen geh\u00f6rt hatten, Filme gesehen? Aber keiner erinnerte sich. Sie lernten die Sprache&#8212; und beklagten sich, dass die deutsche Sprache schwieriger sei als die englische. Ich erz\u00e4hlte ihnen, einst h\u00e4tten in der Vojvodina mehrere Hunderttausend Deutsche gelebt. In Novi Sad sei muttersprachlich jeder Vierte deutsch. In der Stadt hat einmal jeder, der etwas auf sich hielt, drei Sprachen beherrscht. \u2026..Und wohin sind die Deutschen verschwunden?, fragten sie. .. Wir haben sie verjagt oder erschossen, sagte ich. Alle haben vergessen. Auch er, V\u00e9gel w\u00fcrde manchmal gern vergessen, aber er kann nicht.<br \/>\nAllm\u00e4hlich kommt ihm der Gedanke, die Deutschen seien ein Volk des Geheimnisses, das sie vor niemandem aufdecken wollen, auch nicht vor sich selbst. Sie s\u00fchnen. Und damit glaubt er ihr Geheimnis ergr\u00fcndet zu haben \u2013 und auch sein eigenes. \u201eUnser Geheimnis ist die S\u00fchne\u201c. D.h., jemand, der schuldig geworden ist, hebt diese Schuld durch eine Ausgleichsleistung auf oder mindert sie. Und daran haben wohl auch Verst\u00e4ndigung und Verst\u00e4ndnis ihren Anteil.<br \/>\nIm letzten Kapitel beschreibt er einen Sprachkurs, den er in England besucht hat \u2013 und in dem jeder Teilnehmer etwas \u00fcber sein Heimatland erz\u00e4hlen sollte.<br \/>\nWhat is Yugoslavia? Was also ist Jugoslawien, das es gar nicht mehr gibt.<br \/>\nV\u00e9gel tut sich sehr schwer damit. Hat mein Land jemals existiert oder lag es von Anfang an in Agonie? Er l\u00e4sst nochmal das zerfallende Jugoslawien vor seinen inneren Augen Revue passieren und begreift, dass er in einem verg\u00e4nglichen Land gelebt hat. Er sah, wie aus diesen Welten die bestialischen balkanischen politischen Leidenschaften hervorbrachen, doch seinen Platz findet er auf keiner Seite, er hat alles verloren \u2013 er kommt aus Jugoslawien, ist aber kein Serbe, etwas Drittes, ein postmoderner Kentaur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Essays Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer Verlag: Matthes &amp; Seitz, Berlin, 2012 ISBN: 978-3-88221-599-1 Originaltitel: die ungarische Ausgabe ist in Vorbereitung Bezug: Buchhandel; Preis: 17,90 Euro Immer wieder zieht es den Schriftsteller der ungarischen Minderheit aus der Vojvodina \/ &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=3700\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[310],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3700"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3700"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3703,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3700\/revisions\/3703"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}