{"id":2964,"date":"2012-01-24T20:14:53","date_gmt":"2012-01-24T20:14:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=2964"},"modified":"2013-02-04T09:30:40","modified_gmt":"2013-02-04T09:30:40","slug":"zsolt-agnes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=2964","title":{"rendered":"Zsolt, \u00c1gnes"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2990\" style=\"width: 145px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/zsolt_a\u0301gnes_zsolt_bela.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2990\" class=\"size-full wp-image-2990\" title=\"zsolt_a\u0301gnes_zsolt_bela\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/zsolt_a\u0301gnes_zsolt_bela.jpg\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"234\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2990\" class=\"wp-caption-text\">\u00c1gnes und B\u00e9la Zsolt<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2991\" style=\"width: 143px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/heyman_e\u0301va.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2991\" class=\"size-full wp-image-2991\" title=\"heyman_e\u0301va\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/heyman_e\u0301va.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"206\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2991\" class=\"wp-caption-text\">\u00c9va Heyman<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00dcber \u00c1gnes Zsolt und \u00c9va Heyman<\/strong><\/p>\n<p>\u00c9va Heyman wird am 13. Februar 1931 in Nagyv\u00e1rad (heute Oradea RO, Gro\u00dfwardein, D.) geboren. Ihre Mutter \u00c1gnes wird 1933 geschieden, heiratet wieder und lebt mit ihrem Mann, dem B\u00e9la-B\u00e1csi aus \u00c9vas Tagebuch in Budapest. Sie lassen \u00c9va bei den Gro\u00dfeltern, wollen sie aber nachholen, sobald sich ihre Situation gebessert hat. Sie bessert sich aber nicht; denn Zsolt wird als Linker zu Zwangsarbeit verschleppt, bis \u00c1gnes ihn nach langem Kampf retten kann. Inzwischen gelten die Judengesetze auch in Ungarn.<br \/>\nAls \u00c1gnes und B\u00e9la Zsolt endlich nach Nagyv\u00e1rad kommen k\u00f6nnen, ist es f\u00fcr \u00c9vas Rettung bereits zu sp\u00e4t. Dreieinhalb Monate schreibt die inzwischen 13j\u00e4hrige Sch\u00fclerin minuti\u00f6s auf, was sich bis zu ihrer Deportation am 1. Juni 1944 in ihrer Familie und in V\u00e1rad abspielt. \u00c9va kommt am 6. Juni in Auschwitz an, wird von Mengele zu Versuchszwecken aussortiert, bis er sie am 17. Oktober eigenh\u00e4ndig ins Gas schickt. \u00c9vas Vater, der Architekt B\u00e9la Heyman und die Gro\u00dfeltern werden sofort vergast. Allein \u00c1gnes und B\u00e9la Zsolt konnten mit einem \u201eKasztner-Zug\u201c entkommen.<br \/>\nSie selbst, \u00c1gnes Zsolt wird 1912 in Nagyv\u00e1rad geboren, wo ihr Vater eine Apotheke betreibt. Sie lernt mehrere Fremdsprachen, studiert Pharmazie, heiratet aber noch vor ihrem Abschluss den Architekten B\u00e9la Heymann, auch aus V\u00e1rad. 1931 wird Tochter \u00c9va geboren, auch sie wird als Einzelkind heranwachsen. Bereits wenige Jahre sp\u00e4ter lassen sich die Eltern scheiden. \u00c1gnes heiratet in zweiter Ehe den links-intellektuellen Journalisten und Schriftsteller B\u00e9la Zsolt. Ihn kann sie zwei Mal retten: Aus der Zwangsarbeit, was auch \u00c9va in ihrem Tagebuch beschreibt \u2013 und vor dem Abtransport nach Auschwitz. (s.a. B\u00e9la Zsolt, \u201eNeun Koffer,\u201c dt. 1999) in dem sie seine Typhuserkrankung wieder \u201eaufleben\u201c l\u00e4sst. Aus Angst vor einer Epidemie, unter der auch die ungarische Bev\u00f6lkerung zu leiden gehabt h\u00e4tte, wird er mit seiner Frau ins Lazarett verlegt. Dort k\u00f6nnen sie mit einigen anderen Patienten und mit Hilfe des Direktors den Deportationszug \u201evers\u00e4umen\u201c. Es war nicht gelungen, auch \u00c9va zu einem Typhusopfer zu machen. Das Ehepaar gelangt nach Bergen-Belsen und wird mit etwa 1600 weitern Juden im sog. \u201eKasztner-Zug\u201c in die Schweiz gerettet. Als nach dem Krieg klar ist, dass es f\u00fcr \u00c9va keine Rettung gab, geht das Ehepaar schuldbewusst getrennte Wege: Zsolt wird Chefredakteur der Radikalen Partei Ungarns, f\u00fcr kurze Zeit Parlamentsabgeordneter. \u00c1gnes wendet sich dem Journalismus zu und schreibt viel beachtete Artikel. Im Herbst 1947 erscheint ihr einziges Buch \u201e\u00c9va l\u00e1nyom\u201c (meine Tochter \u00c9va). Es ist das Tagebuch ihrer Tochter, das die treue K\u00f6chin gerettet hatte. Das Buch muss jedoch bald wieder vom Markt verschwinden, da im sozialistischen Ungarn der Holocaust der ungarischen Juden verschwiegen wird. Erst 2011 kann es wieder erscheinen.<br \/>\n\u00c1gnes Zsolt, die nie verwinden kann, dass sie ihre Tochter nicht hatte retten k\u00f6nnen, wird psychisch krank und nimmt sich 1951 das Leben. (Ausf\u00fchrlich nachzulesen im Nachwort des Buches).<\/p>\n<p><strong>In der Ehinger Bibliothek befindliche Publikationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"Rezension: Zsolt, \u00c1gnes \u2013 \u201cDas rote Fahrrad\u201d\" href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=2968\" target=\"_blank\">Das rote Fahrrad. Tagebuch mit der Einleitung der Mutter und einem Nachwort von G\u00e1bor Mur\u00e1nyi. Originaltitel: \u00c9va l\u00e1nyom, 1949. Aus dem Ungarischen von Ern\u0151 Zeltner. Verlag Nischen, 2012. ISBN: 978-3-9503345-0-0<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber \u00c1gnes Zsolt und \u00c9va Heyman \u00c9va Heyman wird am 13. Februar 1931 in Nagyv\u00e1rad (heute Oradea RO, Gro\u00dfwardein, D.) geboren. 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