{"id":292,"date":"2011-06-24T20:17:12","date_gmt":"2011-06-24T20:17:12","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=292"},"modified":"2012-05-19T19:57:26","modified_gmt":"2012-05-19T19:57:26","slug":"rezension-gyorgy-mehes-siebenburger-millionare-die-keller-dynastie-eine-familiensaga","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=292","title":{"rendered":"Rezension: M\u00e9hes, Gy\u00f6rgy &#8211; &#8222;Siebenb\u00fcrger Million\u00e4re. Die Keller-Dynastie &#8211; Eine Familiensaga&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/siebenbuerger_millionaere.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2403\" title=\"siebenbuerger_millionaere\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/siebenbuerger_millionaere.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"214\" \/><\/a><em>Roman<\/em><br \/>\n<em> Aus dem Ungarischen von G\u00e9za Der\u00e9ky<\/em><br \/>\n<em> Verlag: Weimarer Schiller-Presse, 2005, ISBN: 3-86548-330-5<\/em><br \/>\n<em> Originaltitel: Kolozsv\u00e1ri milliomosok, 1997<\/em><\/p>\n<p>Im Jahre 1877 wandert ein junger bayerischer Gerbergeselle, Friedrich Keller, durch die Habsburg-Ungarische Monarchie, bis er endlich in Siebenb\u00fcrgen, in S\u00e4chsisch-Reen sesshaft wird. Dank eines neuen, modernen Verfahrens, das er aus seiner Heimat mitgebracht hat, wird er bald bekannt und kann sich selbstst\u00e4ndig machen. Er heiratet die Metzgertochter Karoline Wagner und kann mit Hilfe seines Beraters und Freundes Schoma Mandel den Betrieb vergr\u00f6\u00dfern. Mit Karoline hat er sechs S\u00f6hne, die bis auf eine Ausnahme alle in seine Fu\u00dfstapfen treten und t\u00fcchtige und gesuchte Gerber werden. Einige Jahre sp\u00e4ter zieht die Familie nach Klausenburg, dem damaligen Mittelpunkt von Siebenb\u00fcrgen. Ab da beginnt ein beispielloser Aufstieg: Aus der einfachen Gerbermeisterfamilie werden in wenigen Jahren Lederfabrikanten, unterst\u00fctzt, aber auch ausgen\u00fctzt, von verschiedenen Freunden und Partnern. So steht die Firma mal ganz solide \u201eoben\u201c, mal ger\u00e4t sie durch Spekulation und Machtgier der Teilhaber fast ins Aus &#8230; Durch eine Verletzung beim Rasieren wird Friedrich todkrank und stirbt viel zu fr\u00fch. Seine S\u00f6hne f\u00fchren die Firma ganz in seinem Sinn, wenn auch nicht immer mit seinem Geschick weiter, \u00fcberstehen die beiden Weltkriege, Regierungen und politischen Systeme.<br \/>\nAls die Witwe Karoline 1944 w\u00e4hrend der Belagerung der Stadt von Unbekannten ausgeraubt und ermordet wird, endet damit die enge Familiengeschichte, der Zusammenhalt in guten und schlechten Zeiten unter den Geschwistern. Ein Teil der S\u00f6hne wandert mit ihren Familien aus, ein Teil bleibt oder kommt in der Hoffnung zur\u00fcck, doch noch etwas von den Werten der Fabrik retten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Leser allerdings wei\u00df bereits, dass dieses im Kommunismus nicht m\u00f6glich war. Mit dem Tod Karolines verschwindet allerdings auch das siebenb\u00fcrgische B\u00fcrgertum&#8230;<br \/>\nDas Buch ist sehr spannend geschrieben, gibt einen guten \u00dcberblick \u00fcber Geschichte und Lebensumst\u00e4nde in Siebenb\u00fcrgen vor und w\u00e4hrend der Weltkriege. Friedrich Keller wird als ein gerechter und arbeitsamer Chef dargestellt, dem selbst keine Arbeit zu viel ist. Ebenso sind seine S\u00f6hne geraten, bis auf einen, das \u201eschwarze Schaf\u201c, der aus der Reihe tanzt. Trotzdem h\u00e4lt die Familie in Zeiten der Not zu ihm. Auch die Schwiegert\u00f6chter werden ausgiebig und liebevoll geschildert. Mit ihnen zieht das z.T. gro\u00dfb\u00fcrgerliche Milieu ein. Was auf den ersten Blick wie Klatsch und Tratsch anmutet, coloriert vor allem das Leben in Siebenb\u00fcrgen, die Arbeitsumst\u00e4nde und die Arbeitsmoral. Es fehlen nicht die Agitatoren der erstarkenden Kommunisten, nicht die Gro\u00dfkapitalisten, die nur an die eigene Macht und Sicherheit denken, es fehlen bei den Partnern aber auch nicht die warmherzigen Freunde, die vorausblickenden Politiker. So arbeiten zusammen und auch gegeneinander: Die Juden, die Ungarn, sp\u00e4ter die Rum\u00e4nen und nat\u00fcrlich die Deutschen, die \u201eSachsen\u201c im Land der unterschiedlichsten Ethnien, in Siebenb\u00fcrgen. Kurz, ein gelungener historischer Familienroman, den man mit Spannung und Vergn\u00fcgen liest..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roman Aus dem Ungarischen von G\u00e9za Der\u00e9ky Verlag: Weimarer Schiller-Presse, 2005, ISBN: 3-86548-330-5 Originaltitel: Kolozsv\u00e1ri milliomosok, 1997 Im Jahre 1877 wandert ein junger bayerischer Gerbergeselle, Friedrich Keller, durch die Habsburg-Ungarische Monarchie, bis er endlich in Siebenb\u00fcrgen, in S\u00e4chsisch-Reen sesshaft wird. &hellip; <a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=292\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[175],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=292"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2405,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions\/2405"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}