{"id":218,"date":"2011-06-15T20:48:36","date_gmt":"2011-06-15T20:48:36","guid":{"rendered":"http:\/\/ungarischeliteratur.wordpress.com\/?p=218"},"modified":"2012-05-19T20:08:22","modified_gmt":"2012-05-19T20:08:22","slug":"rezension-susanne-orosz-wachter-des-schlafs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=218","title":{"rendered":"Rezension: Orosz, Susanne &#8211; &#8222;W\u00e4chter des Schlafs&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wa\u0308chter_des.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-2438\" title=\"wa\u0308chter_des\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wa\u0308chter_des.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"226\" \/><\/a><em>Jugendroman \/ Thriller<\/em><br \/>\n<em> Verlag Klopp, 2011<\/em><br \/>\n<em> ISBN: 978-3-7817-1503-5<\/em><br \/>\n<em> Bezug: Buchhandel Preis: 9,95 Euro<\/em><\/p>\n<p>Endlich Ferien! Ein gl\u00fchendhei\u00dfer Augusttag. Die 17j\u00e4hrige Leoni hatte sich so auf New York mit ihrer Mutter Betty gefreut, auch, um ihren Liebeskummer um Max zu vergessen. Doch stattdessen f\u00e4hrt sie von Hamburg nach Wien zu Tante Diane. Mutter hatte sich einen Bandscheibenvorfall zugezogen, den sie erst gr\u00fcndlich auskurieren muss. Im Zug lernt sie ein \u00e4lteres Ehepaar kennen. Die f\u00fcrsorgliche Frau warnt sie gleich vor einem M\u00e4dchenm\u00f6rder aus Wien. Die Zeitungen sind voll davon: Ein blutjunges Ding, mit vielen Messerstichen get\u00f6tet. Neben der Leiche lag ein Gedicht. Sie soll sich nur vorsehen. Doch Leoni hat keine Angst. Sie lebt in St. Pauli. Ihre Mutter hatte ihr schon fr\u00fch Selbstbewusstsein, Vorsicht und einen \u201einneren Alarmknopf\u201c beigebracht. Als Leoni die Zeitung in die Hand nimmt, ist sie ersch\u00fcttert: Die Tote gleicht ihr aufs Haar. Kurz vor Wien versucht ein junger Mann sich ihr aufzudr\u00e4ngen. Irgendwie wirkt der schlaksige Typ mit der Pilzfrisur s\u00fc\u00df, doch Leoni hat erst einmal genug von Beziehungskisten. Auf keinen Fall will sie die Einladung des Studenten Janek zu einem Fr\u00fchst\u00fcck in Bahnhofsn\u00e4he annehmen. Sie wartet auf ihre Tante Diane. Doch die Journalistin hat einen Termin und ihre Freundin Rita geschickt.<br \/>\nSchon w\u00e4hrend der Fahrt erf\u00e4hrt Leoni, dass sich die beiden getrennt haben. Rita will ihr Leben k\u00fcnftig allein verbringen, nicht mit einer karrieres\u00fcchtigen Diane. Leoni ist geschockt. An diese Partnerschaft hatte sie immer geglaubt, die hatte ihr als Vorbild immer Halt gegeben. Ferien ohne die beiden zusammen mag sie sich gar nicht vorstellen, trotzdem muss sie die Tage in Wien allein gestalten; denn Diane hat wenig Zeit. Leoni will das Beste aus ihrem Aufenthalt machen, sieht sich in der Stadt um und fotografiert. Ihr ist so langweilig, dass sie sogar versucht die Handynummer anzurufen, die Janek ihr zugesteckt hatte. Kein Anschluss. Sie geht herum, fotografiert, glaubt auf einmal Schritte hinter sich zu h\u00f6ren. Leoni f\u00fchlt sich verunsichert, denn sie sieht niemanden. Als sie an einem Kiosk vorbeikommt, sieht sie die Schlagzeile: Der Dichter Malevic steht unter Verdacht, das M\u00e4dchen ermordet zu haben. Er hat bereits eine Aussage gemacht. Au\u00dferdem lag neben der Leiche eines seiner Gedichte. Tante Diane wei\u00df mehr. Sie berichtet \u00fcber den Fall. So objektiv wie m\u00f6glich und vermutet sogar, dass Malevic, Autor abstruser und gruseliger B\u00fccher, die Tat auf sich genommen hat, um sich wieder ins Ged\u00e4chtnis seiner Fan-Gemeinde zu bringen. Dann meldet sich auch Janek bei ihr \u2013 sie verabreden sich, wollen schwimmen gehen, Janek will ihr geheimnisvolle Orte in Wien zeigen. Irgendwie ist er sehr nett, aber auch seltsam, von gruseligen Orten inspiriert.<br \/>\nDer junge Mann lebt in einer WG mit dem Medizinstudenten Noah, der auch sein bester Freund ist. Den lernt Leoni kennen, als sie einer Einladung zum Essen folgt. Auch Janek ist Medizinstudent, seinen Eltern zuliebe. Er w\u00e4re lieber K\u00fcnstler, Maler oder Fotograf. Am Morgen nach der Einladung scheint Janek \u00fcbern\u00e4chtigt und benimmt sich aggressiv Das M\u00e4dchen kann sich sein Verhalten nicht erkl\u00e4ren, bis sie erf\u00e4hrt, dass Janek nachts kaum schlafen kann und deshalb so unausgeglichen ist. Verbl\u00fcfft h\u00f6rt sie, dass er die abgedrehten Geschichten des Schriftstellers Malevic liebt. Malevic hatte inzwischen seine Aussage widerrufen \u2013 und da seine Angaben widerspr\u00fcchlich sind, wird er entlassen. Ein zweiter Mord geschieht. Wieder wird ein junges M\u00e4dchen mit erstochen. Auch sie sieht Leoni sehr \u00e4hnlich.<br \/>\nDiesmal ist es Janek, der behauptet, er habe das M\u00e4dchen ermordet. Er beschreibt die Tat, f\u00fchrt die Polizei zu seinem blutigen Hemd. Gleichzeitig beteuert er immer wieder: \u201eIch war das nicht!\u201c Leoni kann das alles nicht fassen. Es macht ihr Angst und trotzdem glaubt sie an Janeks Unschuld. Nach einem Gespr\u00e4ch mit Malevic erf\u00e4hrt sie, dass auch er unter massiven Schlafst\u00f6rungen leidet, auch schon das Schlaflabor einer renommierten Schlaftherapeutin aufgesucht hat, genau so wie Janek. Leoni vermutet, dass der Schl\u00fcssel zu den beiden Selbstbezichtigungen das Schlaflabor ist und meldet sich als Probandin an.<br \/>\nWie Leoni sich aus gro\u00dfer Gefahr befreien kann und ein irrer M\u00f6rder, der an einem Kindheitstrauma leidet, verhaftet wird, liest sich aufregend bis zum Schluss. Orosz Ton ist der Welt der Jugendlichen angepasst, die Themen klar umrissen und packend erz\u00e4hlt. Sie spart brisante Themen wie Scheidung der Eltern, lesbische Liebe, obsessive M\u00e4dchenm\u00f6rder nicht aus. Sehr lebensnah schildert sie das erste Kennenlernen und Abtasten der jungen Leute, die Missverst\u00e4ndnisse, das Sich-nicht-vereinnamen-lassen-wollen. Die Autorin, die in Wien aufgewachsen ist und jetzt in Hamburg lebt, kennt die St\u00e4dte und ihre besonderen Orte.<br \/>\nEin bisschen schade jedoch, dass auch hier, wie in fast allen Kinder- und Jugendb\u00fcchern von Susanne Orosz die Helden der Geschichte bei einem allein erziehenden Elternteil leben. Das kommt zwar heutzutage oft vor, ist jedoch nicht die Norm. Und hier, in diesem \u00fcberaus spannenden Jugendroman hat sie ein bisschen viel mit hineingepackt, selbst wenn wir fast t\u00e4glich mit den verschiedenen Fakten konfrontiert werden: Trennung der Eltern, was die Kinder verunsichert, mag auch der Elternteil das Leben noch so fabelhaft meistern &#8211; oder \u00fcberaus ehrgeizige Eltern, die ihren Kindern das Leben \u00fcberst\u00fclpen wollen, was sie selbst gern gef\u00fchrt h\u00e4tten &#8211; gleichgeschlechtliche Partnerschaft &#8211; M\u00e4dchenm\u00f6rder aus Rache &#8211; und dann noch eine wahrsagende Zigeunerin. Das alles baut Orosz durchaus schl\u00fcssig und spannend zusammen, aber wie gesagt, vielleicht ein bisschen viel Thematik auf einmal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jugendroman \/ Thriller Verlag Klopp, 2011 ISBN: 978-3-7817-1503-5 Bezug: Buchhandel Preis: 9,95 Euro Endlich Ferien! Ein gl\u00fchendhei\u00dfer Augusttag. 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