{"id":1821,"date":"2011-04-30T19:43:35","date_gmt":"2011-04-30T19:43:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarut.de\/?p=1821"},"modified":"2012-05-16T21:04:09","modified_gmt":"2012-05-16T21:04:09","slug":"lesznai-anna","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=1821","title":{"rendered":"Lesznai, Anna"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1822\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/lesznai_anna.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1822\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1822\" title=\"lesznai_anna\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/lesznai_anna.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"192\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1822\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pet\u00f6fi Literaturmuseum<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00dcber die Autorin<\/strong><\/p>\n<p>Geboren wird sie 1885 als Am\u00e1lia Moscovitz, Tochter j\u00fcdischer Eltern in Budapest. Vom Urgro\u00dfvater, einem wandernden H\u00e4ndler, bis zum Vater, der Jurist ist und bereits dem Landadel angeh\u00f6rt, hat sich die Familie emporgearbeitet. Damit scheint die Assimilation gegl\u00fcckt. Doch Anna leidet ihr Leben lang unter Zerrissenheit, Zw\u00e4ngen und Vorurteilen: Sie geh\u00f6rt mit ihrer Familie zur herrschenden Klasse, doch als Mensch f\u00fchlt sie sich zu den Unterdr\u00fcckten hingezogen. Am\u00e1lia verbringt einen gro\u00dfen Teil ihrer Kindheit und Jugend auf der Sommerresidenz der Familie, in K\u00f6rtv\u00e9lyes, (heute Tschechien). Der Garten dort bietet ihr in der Kindheit Gl\u00fcck und in der Erinnerung lebenslangen Schutz. Sp\u00e4ter nimmt sie den Namen eines benachbarten Ortes an: Lesznai. Mit siebzehn Jahren heiratet sie \u00fcberst\u00fcrzt, bekommt ein Kind, l\u00e4sst sich bald wieder scheiden. Zu dieser Zeit studiert Anna bereits Kunst in Budapest, sp\u00e4ter erweitert sie ihre Studien in Paris. 1908 erscheinen ihre ersten Gedichte in der Literaturzeitschrift \u201eNyugat\u201c. In dieser Zeit beginnt eine tiefe Freundschaft zum Dichter und M\u00e4rchenerz\u00e4hler B\u00e9la Bal\u00e1zs. Viele ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten z\u00e4hlt sie zu ihren Freunden: Margit Kaffka, Endre Ady, Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly, B\u00e9la Bart\u00f3k. Anna Lesznai ist vielseitig begabt, als Malerin und Stickerin, als Dichterin und Schriftstellerin. Als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit findet sie Anerkennung und Platz in intellektuellen literarischen Kreisen. 1913 erscheint in Wien ihr erstes M\u00e4rchenbuch \u201eDie Reise des kleinen Schmetterlings durch Leszna und im benachbarten Feenland\u201c. Im gleichen Jahr heiratet sie Oszk\u00e1r J\u00e1szi (1875-1957), den f\u00fchrenden Kopf der ungarischen b\u00fcrgerlich-radikalen Bewegung. 1915 wird sie Mitglied im \u201eSonntagskreis\u201c und diskutiert dort regelm\u00e4\u00dfig mit Luk\u00e1cs, Mannheim, Bal\u00e1zs und anderen \u00fcber Philosophie und Ethik. Weiterhin besch\u00e4ftigt sie sich mit M\u00e4rchenforschung und M\u00e4rchentheorie. 1918 schreibt sie dazu einen Essay, ver\u00f6ffentlicht den Gedichtband \u201e\u00c9denkert\u201c (Garten Eden), ihr zweites M\u00e4rchenbuch \u201eMese a b\u00fatorokr\u00f3l \u00e9s a kisfi\u00far\u00f3l\u201c (M\u00e4rchen von den M\u00f6beln und dem kleinen Jungen). Selbst den Einband ihrer Gedichtsammlung entwirft sie, die zahlreichen Illustrationen stammen auch von ihr. W\u00e4hrend der R\u00e4terepublik, 1919, arbeitet sie auf Bitten von Georg Luk\u00e1cs im Volkskommissariat f\u00fcr Unterrichtswesen, in einer eigene Abteilung. Durch die neuen M\u00e4rchen soll das Wunder des Lebens in die Gegenwart, &#8211; auch in die Stra\u00dfen der St\u00e4dte &#8211; scheinen. Nach der Niederschlagung emigriert sie mit vielen Freunden nach Wien. Ihre zweite Ehe wird 1920 geschieden, doch beide bleiben enge Freunde bis zum Lebensende. Nun lebt sie mit dem Grafiker Tibor Gergely (1900-1977) zusammen, den sie vom Sonntagskreis her kennt, nimmt an mehreren Gruppenausstellungen teil und pendelt zwischen Wien und K\u00f6rtv\u00e9lyes, das nun, nach dem 1. Weltkrieg zur Tschechoslowakei geh\u00f6rt. 1931 kehrt sie nach Budapest zur\u00fcck und unterrichtet an der Schule f\u00fcr angewandte Kunst. Als die Gefahr f\u00fcr Juden immer gr\u00f6\u00dfer wird, emigrieren Anna Lesznai und Tibor Gergely in die USA. Dort setzt sie ihre kunstp\u00e4dagogische T\u00e4tigkeit fort, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge und Kurse \u00fcber ungarische Kunst. 1946 er\u00f6ffnet die K\u00fcnstlerin in New York eine eigene Malschule, arbeitet an ihrem Familienroman (drei\u00dfig Jahre lang) \u201eSp\u00e4therbst im Garten Eden\u201c, schreibt Gedichte, und entwickelt einen eigenen Stickstil. In ihrem Roman beschreibt sie sich und ihre Familie. Sie ist das M\u00e4dchen Liso in der j\u00fcdischen Familie Berkovics. Dieser Roman wird 1965 in Deutschland, 1966 unter dem Titel \u201eKezdetben volt a Kert\u201c in Ungarn ver\u00f6ffentlicht. Im gleichen Jahr, 1966, stirbt Anna Lesznai in New York.<\/p>\n<p><strong>In der &#8218;Ehinger Bibliothek&#8216; befindliche Publikationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sp\u00e4therbst in Eden. \u00dcbersetzung von Ernst Lorsy. Verlag Stahlberg, 1955<\/li>\n<li>Die Reise des kleinen Schmetterlings. Verlag Dausien (nach Erstaufl. 1912), 1980. ISBN 3-7684-3944-5<\/li>\n<li>Wahre M\u00e4rchen aus dem Garten Eden. Hg. Gy\u00f6rgy Feh\u00e9ri. Verlag Das Arsenal, 2008. ISBN 978-3-9311-0949-3<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Autorin Geboren wird sie 1885 als Am\u00e1lia Moscovitz, Tochter j\u00fcdischer Eltern in Budapest. Vom Urgro\u00dfvater, einem wandernden H\u00e4ndler, bis zum Vater, der Jurist ist und bereits dem Landadel angeh\u00f6rt, hat sich die Familie emporgearbeitet. 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