{"id":1749,"date":"2011-04-10T11:02:54","date_gmt":"2011-04-10T11:02:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarut.de\/?p=1749"},"modified":"2013-09-04T19:55:49","modified_gmt":"2013-09-04T19:55:49","slug":"heller-agnes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?p=1749","title":{"rendered":"Heller, \u00c1gnes"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1751\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/heller_agnes.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1751\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1751\" title=\"heller_agnes\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/heller_agnes.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"108\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1751\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Horv\u00e1th Szabolcs<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00dcber die Autorin<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u00c1gnes Heller kommt 1929 als Tochter j\u00fcdischer Eltern in Budapest zur Welt. Ihr Vater und zahlreiche Verwandte werden Opfer der Judenverfolgung. Der Mutter gelingt es immer wieder, mit Tochter Agnes der Deportation und Ermordung zu entgehen. Nach ihrem Abitur beginnt Agnes 1947 an der Universit\u00e4t in Budapest Physik und Chemie zu studieren, wechselt jedoch &#8211; sehr beeindruckt von Gy\u00f6rgy Luk\u00e1cs Vorlesungen &#8211; das Studienfach und beginnt Philosophie zu studieren. 1955 promoviert sie bei Luk\u00e1cs und wird seine Assistentin. Jahrzehntelang ist sie politisch unterdr\u00fcckt. Endlich emigriert sie 1977 nach Australien, wo sie an der La Trobe Universit\u00e4t in Melbourne von 1978 bis 1983 als Soziologieprofessorin lehrt. 1986 wird sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl f\u00fcr Philosophie an der New School for Social Research in New York. Seitdem pendelt sie halbj\u00e4hrlich zwischen Budapest und New York. In ihren Werken kreisen die Gedanken um Leben und Freiheit als die wichtigsten Werte. Fast gleichrangig steht aber daneben die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Natur in Geschichte und Gesellschaft. In einem Nachwort schreibt sie \u00fcber ihr erstes Buch \u201eDer Mensch in der Renaissance\u201c: \u201eIch bin davon \u00fcberzeugt, dass alle gro\u00dfen Leistungen der Kultur aus den Bed\u00fcrfnissen, Konflikten und Problemen des t\u00e4glichen Lebens hervor gehen\u201c. Daraus folgt, dass sie den \u201eAlltag\u201c des Menschen besonders beobachtet und betont. Heller entfaltet auf der Grundlage einer eingehenden marxistischen Betrachtung eine ausf\u00fchrliche \u201eTheorie der Bed\u00fcrfnisse\u201c, mit der sie wiederum die \u201eBed\u00fcrfnisdiktatur\u201c im Ostblock kritisieren konnte. Die \u201ePhilosophische Anthropologie\u201c hat f\u00fcr sie den Ursprung in der Renaissance, die sich durch ein \u201epluralistisches moralisches Wertsystem\u201c deutlich von fr\u00fcheren Zeitaltern unterscheidet. Au\u00dferdem glaubt die Philosophin an den Aufbau von Urvertrauen und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in einem Leben der Freiheit.<br \/>\nPreise und Auszeichnungen:<br \/>\nLessing Preis der Stadt Hamburg, 1981<br \/>\nHannah Arendt Preis de Stadt Bremen, 1995<br \/>\nSz\u00e9chenyi Nationalpreis Ungarn, 1995<br \/>\nEhrendoktor der Universit\u00e4t La Trobe Melbourne, 1996<br \/>\nEhrendoktor der Universit\u00e4t Buenos Aires, 1997<br \/>\nSonning Kulturpreis, 2006 (= die h\u00f6chste Kulturauszeichnung D\u00e4nemarks)<br \/>\nEhrenmitgliedschaft der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, 2007 Goethe-Medaille f\u00fcr ihr Lebenswerk, 2010<br \/>\nBibliografie:<br \/>\nAlltag und Geschichte. Zur sozialistischen Gesellschaftslehre, 1970; Theorie der Bed\u00fcrfnisse bei Marx, 1976; Die Seele und das Leben. Studien zum fr\u00fchen Luk\u00e1cs, 1977; Das Alltagsleben. Versuch einer Erkl\u00e4rung der individuellen Reproduktion, 1978; Theorie der Gef\u00fchle, 1980; Die Linke im Osten \u2013 die Linke im Westen. Ein Beitrag zur Morphologie einer problematischen Beziehung, 1986; Der Mensch der Renaissance, 1988; Biopolitik, 1995; Ist die Moderne lebensf\u00e4hig, 1995; Der Affe auf dem Fahrrad: Eine Lebensgeschichte, 1999; Die Auferstehung des j\u00fcdischen Jesus, 2002<\/p>\n<p><strong>In der &#8218;Ehinger Bibliothek&#8216; befindliche Publikationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<ul>\n<li>Das Leben \u00e4ndern. Gespr\u00e4che mit Ferdinando Adornato. Originaltitel: Per cambiare la vita. \u00dcbersetzung a. d. Italienischen: Frank Thomas Gatter. VSA Verlag, 1981. ISBN 3-87975-212-5<\/li>\n<li>Der Mensch der Renaissance. Originaltitel: A renesz\u00e1nsz ember. \u00dcbersetzung: Hans-Henning Paetzke. Verlag Ed. Maschke\/ Hohenheim, 1982. ISBN 3-8147-0015-5<\/li>\n<li>Der Affe auf dem Fahrrad. Bearb. von J\u00e1nos K\u0151b\u00e1nyai. Originaltitel: Bicikliz\u0151 majom. \u00c9let \u00e9s korrajz. \u00dcbersetzung von Christian Polzin &amp; Irene R\u00fcbberdt. Philo, 1999. ISBN 3-8257-0139-5<\/li>\n<li>Die Auferstehung des j\u00fcdischen Jesus. Originaltitel: A zsid\u00f3 J\u00e9zus felt\u00e1mad\u00e1sa. \u00dcbersetzung von Christina Kunze. Philo, 2002. ISBN 3-8257-0243-X<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Autorin \u00c1gnes Heller kommt 1929 als Tochter j\u00fcdischer Eltern in Budapest zur Welt. Ihr Vater und zahlreiche Verwandte werden Opfer der Judenverfolgung. Der Mutter gelingt es immer wieder, mit Tochter Agnes der Deportation und Ermordung zu entgehen. 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