{"id":20,"date":"2011-12-22T20:30:29","date_gmt":"2011-12-22T20:30:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literarut.de\/wordpress\/?page_id=20"},"modified":"2018-01-29T15:00:00","modified_gmt":"2018-01-29T15:00:00","slug":"uber-g-brzoska","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"\u00dcber Gudrun Brzoska"},"content":{"rendered":"<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/brzoska.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1314\" title=\"brzoska\" src=\"http:\/\/www.literatur.ungarisches-institut.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/brzoska-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Gr\u00fcnderin der \u201eEhinger Bibliothek \u2013 Ungarische Literatur in deutscher Sprache\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin Buchh\u00e4ndlerin und Bibliothekarin, lebe in Ehingen an der Donau. Nach dem Abitur in Speyer wusste ich nicht recht, ob ich Buchh\u00e4ndlerin werden, oder Kunst studieren sollte. Ich entschied mich f\u00fcr die B\u00fccher und arbeitete nach meiner abgeschlossenen Ausbildung zun\u00e4chst in Buchhandlungen, sp\u00e4ter war ich auch eine Zeitlang beim Aufbau der neu gegr\u00fcndeten Universit\u00e4tsbibliothek in Ulm besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Mit der Vergr\u00f6\u00dferung der Familie \u2013 drei Kinder \u2013 wandte ich mich wieder der Kunst zu, da ich dies zu Hause und nachts betreiben konnte.<br \/>\n38 Jahren lang betreute ich au\u00dferdem die Bibliothek des Kollegiums St. Josef in Ehingen. Bestand etwa 20 000 B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Als unser Haus wieder leer wurde, begleitete ich meinen Mann w\u00e4hrend drei Jahren in Rum\u00e4nien und zwei Jahren in Ungarn.<br \/>\nEr unterrichte dort an deutschsprachigen Schulen, bildete gleichzeitig Lehrer aus. Nebenher vernachl\u00e4ssigte ich weder Kunst noch Lesen, doch gleich in den ersten Wochen unseres Lebens in Sopron, Ungarn, hat es mich dann \u201egetroffen\u201c:<br \/>\nIch las, anl\u00e4sslich der Verleihung des Literaturnobelpreises an Imre Kert\u00e9sz, dessen Werk: \u201eRoman eines Schicksallosen\u201c. Ich wollte nun mehr von diesem Autor wissen. Bei Recherchen er\u00f6ffnete sich mir eher zuf\u00e4llig der immense Schatz ungarischer Literatur. Dies faszinierte mich so sehr, dass ich anfing jedes ins Deutsche \u00fcbersetzte Buch zu sammeln.<\/p>\n<p>Nicht nur, weil ich m\u00fctterlicherseits einer siebenb\u00fcrgischen Familie entstamme, sondern auch, weil mir die ungarische Literatur so gut gef\u00e4llt und immer mehr ans Herz w\u00e4chst, habe ich begonnen, eine Bibliothek \u201eUngarische Literatur in deutscher Sprache\u201c aufzubauen.<\/p>\n<p>Seit 2002 ist diese Bibliothek auf \u00fcber 1500 Werke von etwa 450 Autoren und Autorinnen angewachsen \u2013 und erweitert sich st\u00e4ndig. Schwerpunkt ist die Belletristik ab dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert bis zu allerneuester Literatur. Neu aufgelegte Werke des 19. Jahrhunderts sind nat\u00fcrlich auch dabei. Die allermeisten B\u00fccher sind nach dem 2. Weltkrieg entstanden.<\/p>\n<p>Einige Institutionen und Bibliotheken wurden auf meine Sammlung aufmerksam und luden mich ein, die B\u00fccher zu pr\u00e4sentieren: Ich verfasse zu jedem Buch eine Inhaltsangabe, zu jeder Schriftstellerin, zu jedem Schriftsteller eine Biografie \u2013 und wenn m\u00f6glich stelle ich ein Portr\u00e4tfoto dazu aus.<\/p>\n<p>Inzwischen konnte ich die Werke, oder Themenbereiche daraus, in mehreren St\u00e4dten in Ungarn und Deutschland zeigen. U. A. in der Stadtbibliothek Esztergom (unserer Ehinger Partnerstadt), in der Komitatsbibliothek P\u00e9cs (F\u00fcnfkirchen) (2006), in der Universit\u00e4t Gy\u00f6r, in Sindelfingen, Backnang, Gerlingen und im Ungarischen Kulturinstitut Stuttgart (2007).<\/p>\n<p>2009 wurde unsere Bibliothek in eine Gesellschaft \u00f6ffentlichen Rechts umgewandelt.<br \/>\nSeither hat sich viel ver\u00e4ndert: Die Pr\u00e4sentationen sind umfangreicher geworden, das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Baden-W\u00fcrttemberg, unterst\u00fctzt unsere Auslandspr\u00e4sentationen. Zum zweiten Mal wurde unsere Bibliothek nach P\u00e9cs eingeladen, 2010 zum Kulturhauptstadtjahr, danach in die Szab\u00f3-Ervin-Hauptstadtbibliothek in Budapest, ins Ungarndeutsche Kulturzentrum in Baja, in die Ungarischen Botschaft in Berlin (2011) zum Nationalfeiertag mit einer Themenausstellung zum Volksaufstand 1956.<\/p>\n<p>Im Juni 2012 wurde ich mit der Ungarischen Verdienstmedaille \u201ePro Cultura Hungarica\u201c geehrt \u2013 mein Mann, der ganz ma\u00dfgeblich am Auf- und Ausbau dieser Bibliothek beteiligt ist, wird diese Medaille im Oktober (2012) erhalten.<br \/>\nUnsere Anstrengungen sollen Br\u00fccken schlagen von West nach Ost und vom Osten in den Westen und zum gegenseitigen Verst\u00e4ndnis beitragen.<\/p>\n<p>Mit der E\u00f6tv\u00f6s-Lor\u00e1nd-Universit\u00e4t (ELTE) Budapest konnten wir einen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Ich werde dort in einem der n\u00e4chsten Semester Vortr\u00e4ge zur ungarischen Literatur in deutscher Sprache halten \u2013 zwei oder drei Stipendiaten der ELTE werden im Fr\u00fchjahr wissenschaftlich in unserer Bibliothek ein gestelltes Thema bearbeiten. Dieses Projekt ist als Pilotprojekt vorerst f\u00fcr zwei Jahre geplant.<br \/>\nEin weiteres Projekt nehmen wir bereits in diesem Herbst in Angriff: Pr\u00e4sentationen in den Hauptst\u00e4dten Berlin und Budapest. Ab 9. November 2012 wird unsere Bibliotheksausstellung in der Universit\u00e4tsbibliothek der Freien Universit\u00e4t Berlin zu sehen sein, bis 20. Dezember.<br \/>\nIm Januar wird diese Ausstellung nach Budapest in die Universit\u00e4tsbibliothek der ELTE gebracht. Der genaue Er\u00f6ffnungstermin steht noch nicht fest.<br \/>\nDiese \u00fcbersetzte ungarische Literatur soll einerseits den Deutschen zeigen, welch reichen Schatz dieses vergleichsweise kleine Land Ungarn nach Europa einbringt, andererseits den Ungarn vor Augen f\u00fchren, dass im deutschsprachigen Raum ihre Literatur viele Freunde hat.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte f\u00fcr die Ungarische Literatur neue und weitere Wege \u00f6ffnen.<br \/>\nWie sagte die Autorin und \u00dcbersetzerin Zsuzsanna Gahse in einem Interview so zutreffend:<br \/>\n\u201e<em>\u2026 die Ungarn brauchen das Deutsche wirklich, sonst finden sie keinen Zutritt zur Weltliteratur. Das Deutsche ist ja der Hafen f\u00fcr die \u00fcbrige Welt.<\/em>\u201d<\/p>\n<p>Ehingen, im September 2012<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/veit-feger.homepage.t-online.de\/brzo.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview mit Veit Feger<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcnderin der \u201eEhinger Bibliothek \u2013 Ungarische Literatur in deutscher Sprache\u201c Ich bin Buchh\u00e4ndlerin und Bibliothekarin, lebe in Ehingen an der Donau. Nach dem Abitur in Speyer wusste ich nicht recht, ob ich Buchh\u00e4ndlerin werden, oder Kunst studieren sollte. 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